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Warum fahren wir schneller als erlaubt?

Autos werden immer schneller. Auf der Autobahn gilt man mit 110 km/h bereits als Hindernis. Derweil bringt hohe Geschwindigkeit nur wenig Vorteile. Denn wenn der Autofahrer anstatt 110 km/h im Durchschnitt 130 km/h fährt, verbraucht er zwanzig Prozent mehr Benzin. Die höhere Geschwindigkeit wird auf längeren Strecken durch Tankstopps wieder aufgefressen. Die gewonnenen Zeit an der Tankstelle verschenkt. Der Grund liegt evolutionsbiologisch bedingt am Fußgängertempo. Wenn ein Fußgänger einen Kilometer Vorsprung hat, entspricht dies ca. 12 Minuten gehen. Ein Autofahrer, der im Durchschnitt 130 km/h fährt, benötigt für den Vorsprung von einem Kilometer jedoch nur 30 Sekunden. Wird also ein Vorsprung von 4 Kilometer mit dem Auto eingeholt, denkt sich der Fahrer, eine Vielzahl von Zeit eingespart zu haben. Derweil sind es maximal zwei Minuten. Es fühlt sich jedoch so an, als hätte man einen enormen Vorsprung herausgefahren.

 

Vom Prinzip betrachtet ist Autofahren in Deutschland verboten. Nur der Führerschein sichert dem Fahrer die Erlaubnis, sich auf öffentlichen Straßen bewegen zu dürfen. Ein Verstoß wird heftig geahndet und trotzdem ignoriert. Hauptgrund ist die abgeschlossene Kapsel im Auto. Im Fahrgastraum spürt man weder den Wind, noch die äußeren Temperatureinflüsse. Das Auto vor einem wird nicht als das Auto des älteren Herrn mit seiner Gattin gesehen, sondern als roter Ford Fiesta, der ein Hindernis in der Fortbewegung darstellt. Der Mensch übersieht, dass die Fahrer auch Menschen sind. Gäbe es die Möglichkeit, den Fahrer vor einem über Kommunikation anzusprechen, dann gäbe es deutlich weniger Unfälle und Drängler. Reagiert der Fahrer vor einem nicht sofort, wird ein anderes Motiv vermutet. Absicht oder Neid. Anders ist es beim Einlass zum Fußballspiel. Selbst wenn Rowdies beim Einlass drängeln. Sobald Ihnen einer auf die Schuhe steigt, wird er sich entschuldigen.

 

Schnell fahren ergibt keinen Sinn

Zu beobachten ist, dass vor allem Fahrer um die 40 Jahre Auto fahren zum Zweck der Fortbewegung empfinden und nicht als Spaßfaktor. Dies gilt vor allem dann, wenn diese Fahrer ein sehr soziales intensives Familienleben haben. Junge Männer hingegen leben oft noch bei den Eltern, haben keine Freundin und sehen das Auto als Spaßfaktor und Erlebniswelt. Angenommen man fährt auf eine 10 Kilometer lange Autobahnbaustelle zu. Höchstgeschwindigkeit ist 80 km/h und man fährt 100 km/h. Auf den gesamten 10 Kilometer sammelt man lediglich 90 Sekunden Zeitvorsprung ein. Man fährt ja nur 6 Minuten durch die Baustelle. Selbst wenn Sie mit 250 km/h durch die Baustelle fahren, sparen Sie maximal 3.5 Minuten ein, bei erlaubten 80 km/h. Wer im Jahr 50 Stunden durch Autofahren einsparen möchte, muss über 21.000 Kilometer immer 20 km/h schneller als erlaubt fahren. Sofern dies verkehrstechnisch überhaupt geht.

 

Die Werbung verspricht Freiheit bei Kauf eines Autos

Auch die Autoindustrie trägt mit zur Dränglerei auf Autobahnen bei. Denn in der Werbung sieht man immer Autos auf leeren Straßen und freien Pässen. Das Dach des Cabrios ist auf, die Haare wehen im Wind, der Auspuff röhrt. Die Wirklichkeit ist jedoch schlechtes Wetter, Stau, kein Parkplatz und ein fehlendes Gefühl von Freiheit. Dieses fehlende Gefühl wird mit einem aggressiven Fahrverhalten kompensiert. Eine menschliche Gegenreaktion.

 

Das hart am Limit fahren sorgt auch zusätzlich für Staus. Denn die Autofahrer nutzen das Verkehrssystem bis zum Limit aus. Sobald nun auf der Fahrbahn ein Gegenstand auftaucht, oder ein Autofahrer eine Panne hat, ist kein Spielraum da, um diesen Engpass abzufangen. Das Verkehrssystem gerät an seine Grenzen und der Freitags Stau außerhalb von München ist vorprogrammiert.

 

Dem schnellen Autofahrer muss klar werden, dass er auch auf andere Verkehrsteilnehmer angewiesen ist. Nur wenn die Verkehrsströme fließen, lassen sich auch auf der linken Spur hohe Geschwindigkeiten erzielen. Autonomes Fahren wird daran nichts ändern. Denn auch hier kann und muss der Fahrer ggf. einmal eingreifen. Und bei rücksichtslosen Fahrern kommt das System schnell an seine Grenzen. Es entsteht Unsicherheit. Derzeit werden die System darauf programmiert, menschliches Verhalten nachzuahmen und vorherzusagen. Jedoch muss dieses System auch später die Programmierung eines Jaguar, Maserati oder Ford verstehen. Wie auch bei den Handy Ladegeräten gibt es unterschiedliche Systeme und Programmierungen. Das Verhalten von Menschen und anderen Systemen zu erkennen und vorauszusagen ist jedoch nicht kalkulierbar. Mehr über Sportwagen und SUV erfahren Sie im www.sportwagen-suv-magazin.de