MOEN, Dänemark

Moen, das Dänische Juwel

Eine Formation vier schneeweißer Gänse zieht über unsere Köpfe hinweg, wichtig schnatternd. Nun fehlt nur noch Nils Holgerson, der auf dem Rücken einer der Gänse zu uns hinab winkt. Es ist perfekt. Der Himmel strahlt in einem tiefen Blau. Wir sind auf der Insel Moen angekommen, in Dänemark. Im kleinen Hauptstädtchen Stege mit einem winzigen, charmanten Stadtkern, nehmen wir im Tourismuszentrum den Schlüssel für unser Ferienhaus entgegen: Ein modernes Haus, direkt in Stege, gegenüber vom Yachthafen, mit herrlichem Blick aufs weite Wasser hinaus.


Moen liegt an der Ostsee zwischen Seeland und Falster. Die Insel ist nur 32 Kilometer lang. Man erreicht sie von Deutschland aus per Fähre von Puttgarden aus und dann über zwei Brücken, die einen schon auf die friedliche Landschaft Dänemarks einstimmt.  Am nächsten Tag kreisen Gleitschirmflieger über uns. An der steilen Küste der Kreidefelsen von Moens Klint an der Ostküste der Insel nutzen die Flieger die optimale Thermik. Vergnügt ziehen sie ihre Kreise am blauen Himmel oder verharren genießerisch mit Blick aufs weite Meer. Wir haben ein kleines Sandstück am felsigen Strand entdeckt und breiten unsere Decken aus. Das Wasser ist zwar zum Kreischen kalt. Doch der Tag am Meer ist herrlich. Die Kinder sammeln Steine. Granitsteine schönster Form liegen zuhauf. Feuersteine, millionenfach. Wir suchen nach den berühmten Schüttelsteinen: Versteinerte Schwämme, in Steinen eingeschlossen. Durch das Hin und Her im Meer sind sie über die jahrtausende kugelrund geworden.  „Mama schau: Eine Ente!“ Mein Sohn hält einen Stein in die Höhe, der tatsächliche Ähnlichkeit mit einer Quietschente hat. Wir verweilen stundenlang am Strand, genießen den Wind, das schöne, raue Wetter und die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut. Im Frühling und im Winter ist es nicht ganz ungefährlich sich hier am Strand der Kreidefelsen aufzuhalten. Die Witterung löst das Erdreich und schwere Brocken rutschen ins Meer.  Ein Steinwurf weiter nördlich befindet sich das Geocenter, das neue Museum Moens, in dem sehr anschaulich die Entstehung der Erde, vor allem Dänemarks und Moens dokumentiert ist. Hätten Sie gewusst, dass ganz Dänemark auf Kreide entstanden ist? Der Eintritt ins Museum ist nicht ganz billig. Doch der Besuch ist ein Muss! Wer das Glück hat von Nils Natorp, Chef des Museums, höchstpersönlich durch die Ausstellung geführt zu werden, erfährt die Leidenschaft, die hinter dem Projekt steckt. Natorp führt uns durch 70 Millionen Jahre Geschichte, so spannend und interaktiv präsentiert, dass sogar die Kinder völlig gebannt sind. Verschiedene dänische Künstler, darunter renommierte Regisseure, die normalerweise in Hollywood agieren, setzten hier Geschichte um: Hologramme lassen Visionen vor dem Auge wie Filme ablaufen, auf einem riesigen Globus läuft die Millionen Jahre lange Verschiebung der Erdplatten in Minuten eindrucksvoll ab. Doch die Hauptattraktion des Museums ist der Schlangensaurier Mosasaur. 16 Meter lang schlängelt er sich an der Decke des Eingangs. Bedrohlich sieht er aus. Sehr bedrohlich! Seine Geschichte ist der rote Faden des Museums. „Gott sei dank lebt das Ding  nicht mehr!“ stellen die Kinder erleichtert fest. „Sonst könnten wir ja nie schwimmen gehen.“ Und warum hängt dieser Mosasaur ausgerechnet im Museum in Moen? Nun, ein einheimischer Junge fand durch Zufall einen Zahn des Monsters am Strand von Moen. Ein riesen Fund. Denn eine ganze Schar Forscher hatte jahrelang nach Überresten des Sauriers gesucht. In Hologrammaufnahmen erleben wir, wie Mosasaur andere Kreaturen mit den äußerst beängstigenden Zähnen schnappt und verschlingt.  Zu guter Letzt müssen wir Erwachsenen eine lange Kaffeepause einlegen – denn die Kinder haben lange nicht genug, vom Erlebnismuseum. Hinaus locken können wir sie nur mit Eiscreme und einem genau so überragenden Spielplatz vor der Tür: Übergroße Muscheln, ein riesiger Tintenfisch und andere Meereskreaturen aus Holz sind hier die Klettergerüste. Im Wald daneben schlängelt sich eine Holztreppe auf den höchsten Punkt der Kreideklippe hinauf. Ein Holzzaun warnt vor dem abrupten Ende des Weges. Herumklettern ist hier gefährlich. Kleine Kinder sollte man unbedingt an der Hand führen und immer im Blick haben. Warnschilder sollte man unbedingt beachten. Doch der Weg durch den Wald am Gipfel der Klippe lohnt sich. Der Blick von hier oben ist überragend. 


Wieder ein Stück nördlich liegt der Liselund Park, ein wunderschöner Park, hübsch angelegt mit Park, Seen und Riesenbäumen. Der Park liegt direkt an den Kreidehängen. Ein drittel des Geländes ist bereits vom Meer unterspült worden und ins Meer gestürzt. Trotzdem hat der Park nichts von seiner Schönheit eingebüßt. Ein Spaziergang am Schlösschen Liselund vorbei, an der Schweitzer Hütte, dem Norwegerhaus und dem chinesischen Lusthaus lässt den Glamour der damaligen Zeit erahnen. Bei einem Picknick auf der wunderbar grünen Wiese kann man sich wahrlich vorstellen, wie feudal die Hausherren seinerzeit gelebt haben müssen. 


Ganz entzückt sind wir auch vom winzigen Fischerdörfchen Klintholm Haven. Hier kann man Fisch direkt vom Kutter kaufen und in der kleinen Räucherei kann man frisch geräucherten Fisch kaufen oder im kleinen Restaurant nebenan genießen. Der Strand hier ist wunderbar sandig. An einem riesigen alten Baum hängen dicke Taue, an denen die Kinder stundenlang schwingen und Tarzan spielen.


Am nächsten Tag erkunden wir den Wald von Ulvshale Skoven. Ein wahrlich wunderschöner Wald mit unzähligen Spazierwegen. Der Weg führt auf eine Lichtung mit Heidegraß, einem See mit viel Schilf, dann zum Ufer des Meeres mit feinem Strand. Der Wanderweg hier wird als Erlebnisweg gepriesen. Und das hatten wir! Vor lauter Staunen über die schöne Natur verliefen wir uns total, brauchten statt „ner Weile Spazieren gehen“ Stunden, um den Weg zum Auto zurück zu finden. Und zu guter Letzt flohen wir im Laufschritt vor einer Millionenschar riesiger und gieriger Mücken. Endlich zurück im Wagen, atemlos und glücklich, den fliegenden Biestern mit nur ein, zwei Bissen entkommen zu sein, und machen uns auf Richtung Norden, zur nächsten Insel: Nyord. Früher pendelte eine Fähre zwischen Moen und Nyord hin- und her. Heute führt  eine winzige Brücke hinüber. Die Attraktion hier ist das Dörfchen, das einzige. Seit 1800 hat man hier kaum etwas verändert. Wir schlendern durch die Gassen und finden ein Häuschen süßer als das andere. In einem urigen Restaurant kehren wir ein. Antikes Mobiliar und eine liebevolle Sammlung von alten Kaffeekannen vermittelt den heimeligen Eindruck, bei Tante Emma zum Kaffeetrinken eingeladen zu sein.


Moen ist eine wunderschöne Ferieninsel für Familien. Sie ist klein, überschaulich und hat doch so viel zu bieten. Ferienhäuser gibt es in allen Kategorien. Es gibt große Häuser mit großem Garten in Strandnähe, kleine niedliche Häuser  im Grünen. Unser Ferienhaus ist ein modernes Reihenhaus, direkt in Stege. 

Moen:

Hauptstadt von Moen: Stege. Ein entzückendes kleines Städtchen mit vielen Boutiquen, die allesamt liebevolle ausgewählte Kollektionen anbieten. Ein Bummel macht Spaß. Am Yachthafen steht die Imbissbude von Tina Emborg. Tina und ihr Mann servieren hier saftige Burger und mehr zu annehmlichen Preisen.


Ferienhäuser:

Wählen Sie Ihr Ferienhaus sorgfältig aus. In Katalogen und Internetforen kann man Wuschpunten nachgehen: Es gibt kindergerechte Häuser mit Babybett, Treppenschutz, Sandkasten, Garten und mehr. Es gibt Häuser, in denen Hunde erlaubt sind. Es gibt Häuser in der Stadt, Häuser am Meer, Häuser mit und ohne Sauna. Die Kriterien sind verschiedenst. Nehmen Sie sich Zeit bei der Auswahl, sehen Sie sich online die Fotos zum Objekt an. Wie in allen skandinavischen Ländern gibt es auch in Dänemark im Sommer viele Insekten. Wer damit ein Problem hat, sollte ein Fliegengitter für die Türe mitbringen. So kann man abends die Türe für frische Luft offen stehen lassen.
Geo Center:  275 Kronen (ca. 40 Euro) Eintritt für eine vierköpfige Familie www.moensklint.dk


www.visitdenmark.com www.visitmoen.com

(01. Juli 2009)

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