Erlebnispark Schloss Thurn

Einen wunderschönen Tag haben wir uns für unseren Besuch auf dem Gelände von Schloß Thurn ausgesucht. Es ist Feiertag und die Sonne scheint. Die Anfahrt - wunderbar aussgeschildert. Schon bald werden wir zum Parkplatz gewunken. Kurzzeitig erschrocken sind wir ob des Anblickes der sehr langen Schlange vor den Ticket-Kassen. Doch sind die Mitarbeiter so flink, daß die Wartezeit doch sehr kurz ist.  Am Eingang begrüßt ein lauter, geschwätziger Riesenpapagei die Gäste - vor allem die Kleinen. Er heißt die Kinder willkommen und wünscht Ihnen viel Vergnügen. Der erste Eindruck vom Park: wunderbar. Das wunderschöne Schloss liegt in einem schönen Garten, eingerahmt von einem See... Einen feudfalen Geschmack hatten die Bauherren damals. Wunderschön. Sofort könnte ich mich und meine Familie hier als Burgherren vorstellen! Wir folgen der Beschilderung Richtung Freizeitvergnügen. Der Weg führt uns durch einen wunderschönen Park, vorbei an einer 400 Jahre alten Eiche, an dichter Bepflanzung und sogar einem kleinen Weinberg. So müßte die BUGA ausehen, denken wir, und genießen. Aus als Felsen getarnten Lautsprechern ertönt sanft leise Musik.

Der Märchenwald Unsere erste Station ist der Märchenwald. Hier, in dichtem Gestrüpp, stehen kleine Häußchen, den Häußchen verschiedener alter Märchen nachempfunden. Neugierig sehen wir durch die Fenster hinein und sehen Szenen der Märchen mit alten, schönen Puppen nachgestellt. Eine Stimme vom Tonband erzählt den Kindern das jeweilige Märchen in einer kurzen Zusammenfassung. Schön, das Märchen vom Schneewittchen mal wieder zu hören... Wir treffen Aschenputte, Rotkäppchen und viele mehr. Und neben dem Häuschen, in dem Hänsel und Gretel gefangen gehalten wurden, steht sogar der alte Backofen, in dem die böse Hexe schließlich verbrannt ist... Der Märchenwald entstand vor gut 30 Jahren und ist der Ursprung des Erlebnisparks. Graf von Bentzel hatte damals die Idee, seinen wunderschönen Park Besuchern zu öffnen, um so die Finanzen zur Erhaltung des wunderschönen Anwesens zu sichern, das übrigens 1422 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Seit dem ist der Erlebnispark gewachsen. Fast jedes Jahr kommt ein neues Spektakel dazu. So zum Beispiel die Westernstadt. (Graf von Bentzel wohnt noch immer im Schloss, das leider nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist.)

Westerncity In Westerncity ist eine Stadt aus dem Wilden Westen nachgebaut. Um 11.30 Uhr findet hier die erste Show statt: In Westerncity wird um Gold gestritten. Eine Frau wird von Banditen mit lautem Geknalle entführt, um das Gold zu erpressen.  Klar geben die Guten das Gold raus, um das Leben der jungen Frau zu retten. Dann folgt die obligatorische wilde Schießerei, eine Massen- Klopperei,  gefährlich rasanten Ritte und Stunts, bei denen „erschossene“ Banditen wirkungsvoll von Häuserdächern fallen. Unsere Kids sind vor allem von der Schlägerei sehr angetan, die mit lustigen Benny-Hill-Klängen unterlegt ist.  Im Saloon nebenan unterhält Handpuppe Little Lucky das Publikum. „Shut-a-upa-yar-face!“ gröhlt die Menge vergnügt im Chor mit Lucky.  Um die nächste Ecke lockt uns entzücktes Gekreische - lautstark. Wir folgen dem Ruf zur Wildwasserbahn. Heute, am Feiertag, müssen wir gute 20 Minuten anstehen, bis wir die Bahn besteigen können. Unser Sohnemann Sean, 6 Jahre alt, passt. Allein der Anblick anderer kreischender Kinder ist ihm zu arg. Doch Töchterlein Shannon, 4 Jahre alt, ist völlig wild drauf mit Papi zu fahren. Die Parkleitung verspricht schließlich „einen wilden Ritt für Kinder!“ Zweimal klettert die Bahn in die Höhen hinauf, um dann im freien Fall ins Wasser zu stürzen - mit einem gewaltigen Platsch, freilich.  Schilder warnen davor, daß man hier richtig nass werden kann. Doch ist die Bahn so gesteuert, daß man meist nur ein paar Spritzer abbekommt. Eine willkommene Erfrischung an einem heißen Tag!

Rittershow Dann wird es Zeit, sich für DAS Highlight des Vergnügungsparkes anzustellen: die Rittershow. Schon gut 40 Minuten vor Öffnen der Tore versammelt sich eine riesige Menschentraube. Das Anstehen lohnt sich. Denn im Nu sind alle Ränge besetzt. Wir konnten einen guten Platz mit Sicht auf das ganze Areal ergattern. Hier sei angemerkt, daß man an schönen Tagen unbedingt an Kopfbedeckung und Sonnenschutzcreme denken sollte! Denn es wird heiß in der Arena. Ein Moderator im Gewande eines Minnesängers heizt die Menge an, teilt das Stadium in „Gut“ und „Böse“ an. Die „gute“ Seite wird  beim Kampf die guten Ritter lauthals unterstützen, die „böse“ Seite wird die schwarzen Ritter anheizen. Unter tösender Fanfare reiten die gegnerischen Parteien ein. Das Spektakel beginnt. Und die Menge rast vor Vergnügen. Gerne lassen wir uns entführen in die Zeit der heldenhaften Ritter und zarten Burgfräulein. Die Kostüme der Ritter mit teils furchteinflösenden Helmen, die Rossharnische der Pferde..... einfach toll! Über dem Kampf der Ritter residieren die Königin, der König und eine Kampfrichterin - allesamt Besucher aus dem Publikum, die man kurzerhand für das Schauspiel rekrutiert und in antike Gewänder gesteckt hat. Zunächst müssen die Ritter einen Geschicklichkeitswettkampf absolvieren. Hier gilt es, einen fliegenden Apfel im gestreckten Gallop mit dem Schwerz zu halbieren oder mit einer Lanze einen ring von einer Stange zu fischen.  Der Höhepunkt: das Lanzenduell. Die Ritter der gegnerischen Teams versuchen sich in Einzelduells gegenseitig vom Pferd zu stoßen. In waghalsigen Stunts fliegen die Reiter in hohem Bogen vom Pferd, landen spektakulär auf dem Boden, überschlagen sich. Wir halten den Atem an. Bis schließlich nur mehr der gute und der schwarze Ritter übrig sind. Der böse Ritter verletzt den guten schwer. Doch der gibt nicht auf, kämpft am Boden weiter..... Das Ende wollen wir Ihnen nicht verraten..... Nur eins: eine tolle Show mit äußerst professionellen Rittern und Stunts!

Biergarten Zielstrebig pilgern wir danach zum Biergarten. Pause! Hunger! Durst! Der Biergarten ist glücklicherweise neben einem gigantischen Spielplatz platziert. So können wir Erwachsenen in aller Ruhe pausieren, während unsere Kids - noch immer voller Energie - rumtoben können. 2,20 Euro zahlen wir pro Flasche Apfelsaft, Pommes mit Ketchup kostet 1,90 Euro, Weißwürste mit Brezen: 2,90 Euro. Hier erkennen wir sogleich die „Besucher-Profis“: Mit Böllerwagen, Kind, Hund und Kegel, vollgepackt mit Kühltasche und reichlichem Picknick ziehen sie durch den Park. Sie machen es sich auf Decken auf der Wiese, im Schatten riesiger Bäume, gemütlich und genießen. „Klar darf man hier seine eigene Verpflegung mitbringen,“ erklärt Graf Benedigt von Bentzel. „Sogar ihre Hunde dürfen die Besucher mitbringen. Denn bisher hatten wir noch nie eine Beschwerde über die Vierbeiner.“  Nach unserer Pause schaffen wir es noch, mit dem Tretboot über einen See zu steuern und mit der Hochseilbahn zu fahren. Dann ist unser Tag im Park zuende. Viele Dinge hätten wir noch ausprobieren und erleben können. Das Angebot ist riesengroß. Vor allem attraktiv: alle Spektakel und Aktionen sind kostenlos - im Eintrittspreis enthalten. Wir kommen auf jeden Fall wieder! Im August veranstaltet Schloss Thurn jeden Samstag das „Mittelalterliche Feuerspektakel: Erleben Sie das Mittelalter bei Nacht.“ Sicherlich ein sehens- und erlebenswertes Event. Bei der Buchung von Hotels ist die Parkleitung gerne behilflich. Auf Anfrage schickt das Büro des Schlosses eine Liste von ansässigen Hotels.  Erlebnispark Schloss Thurn
Schlosspark 4
91336 Heroldsbach
zwischen Nürnberg & Bamberg
Tel.: (49) 09190-92 98 98
info@schloss-thurn.de
www.schloss-thurn.de Eintritt: 
Erwachsene: 13,50 Euro
Kinder ab 4: 11,50 Euro
Preise sind inkl. aller Attraktionen

(03. November 2008)

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