Freiwilligen Arbeit in Nepal

Studentin hilft in Kathmandu

Emily in Nepal
Emily in Nepal

Im einzigen Kinderkrankenhaus Nepals lernte sie die medizinische Versorgung in einem Entwicklungsland hautnah kennen. Die 20-jährige Emily studiert in Regensburg Medizin und engagierte sich als Freiwillige in Nepals Hauptstadt Kathmandu.


Auf die Idee
wurde sie von ihrer Mutter gebracht. „Ich besprach mit meinen Eltern, was ich in meinem freien Monat machen wolle. Meine Mutter schlug Freiwilligenarbeit vor“, erzählt Emily. Da sie schon als Jugendliche den Bergsteigerroman „In eisigen Höhen“ von John Krakauer verschlungen hatte, entschied sie sich für Nepal. „Nun bot sich mir die Gelegenheit, Nepal und das Dach der Welt mit eigenen Augen zu sehen. Da ich erst im dritten Semester Medizin studiere, ist mein Wissen noch nicht so weit gereift. Dennoch hatte ich mich entschlossen, im Krankenhaus zu helfen.“

 

Gleich am ersten Tag nach der Ankunft in Kathmandu  wurde sie von einer anderen Freiwilligen aus ihrer Unterkunft mit zu dem Hospital genommen, in dem sie die nächsten drei Wochen helfen sollte. „Die ersten zwei Wochen begleitete ich einen Anästhesisten. Das Krankenhaus, in dem ich arbeitete, war das einzige Kinderkrankenhaus in ganz Nepal. Das hatte zur Folge, dass viele Familien weite Wege zu Fuß auf sich nahmen, damit ihre Kinder versorgt werden konnten. Ich begegnete häufig Kindern aus den abgelegensten Winkeln des Landes“, berichtet sie.

 

Nepal gilt als eines der ärmsten Länder der Welt. Das zeigte sich auch bei den Krankheitsbildern, sagt Emily. „Eine der häufigsten Operationen, die durchgeführt wurde, war eine Hauttransplantation, um Brandwunden zu behandeln. In ärmeren Familien wird noch mit offenem Feuer gekocht und so ziehen sich etliche Kinder Brandverletzungen zu. Am beeindruckendsten fand ich hier einen ca. 6-jährigen Jungen, der nur zum Fädenziehen da war. Der ganze Körper war mit Brandnarben bedeckt und als ich nachfragte, sagte man mir, 70 % seiner Körperoberfläche seien verbrannt gewesen. Und da saß dieses Kind nun, quietschfidel.“

 

Die Ausstattung im OP stammte aus Japan und war alt, aber betriebsfähig. Über einige Behandlungsmethoden wunderte sich die Medizinstudentin. „Zur Entfernung von Nierensteinen musste der Retroperitonealraum (Flanke) geöffnet werden. In Deutschland wäre es undenkbar, einen Menschen nur wegen Nierensteinen aufzuschneiden.“

 

Lungenbeschwerden bei Kindern

 

Die folgende Woche begleitete sie das Team, das die Kinder am Bett versorgte. „Mit am verbreitetsten waren hier Lungenbeschwerden. Kathmandu liegt in einem Talkessel und die Autos sind noch weit von unseren Standards entfernt. So liegt die Stadt also im Dauer-Smog, der aggressiv die Lungen und Atemwege angreift.“

 

An zwei Nachmittagen unterstützte sie andere Freiwillige auf der onkologischen Station, um dort mit den Kindern zu spielen. „Zwar verstanden sie kein Englisch, aber mit Kindern ist das nie das große Problem. Mit Händen und Füßen verständigten wir uns und die Kinder wollten uns kaum gehen lassen. Ich malte Bilder aus, spielte mit Luftballons und Seifenblasen und war der Held der kleinen Patienten“, sagt sie.

 

Zeit für Land und Leute

 

An den übrigen Tagen endete Emilys Arbeitstag gegen 14 Uhr. „Die Nachmittage nutzte ich für einige Sightseeing-Ausflüge. Das Kathmandu-Tal beherbergt 7 Weltkulturerbestätten. Ich bin stolz zu sagen, dass ich alle besucht habe. Ich weiß nicht, wie oft ich in Thamel, dem Touristenviertel war. Meinen Koffer, der auf dem Hinflug halb leer war, habe ich auf dem Rückflug nur mit Mühe zugekriegt.“

 

Abenteuerlich war auch eine Wanderung, auf die sie sich gemeinsam mit einer australischen Freiwilligen begeben hat. Mit dem öffentlichen Bus fuhren sie in den Ort Nagarkot, der als Ausgangspunkt für Wanderungen bekannt ist. „Die einzigen freien Plätze waren vorne auf einer winzigen Bank neben dem Fahrer, wo wir uns zusammen mit zwei Nepalesen draufquetschten. In diesem Bus waren wir die einzigen Ausländer, was vor allem die Touristen, die in Luxuslinern den Berg hinunterkamen, äußerst faszinierend fanden. Ich weiß nicht, auf wie vielen chinesischen Urlaubsfotos wir abgebildet sind.“

 

Das Panorama am nächsten Morgen wird Emily sicherlich nie vergessen. „Wir stellten uns den Wecker für kurz nach fünf. Und tatsächlich: Im Sonnenaufgang konnte man die ersten hohen Gipfel sehen. Zum Frühstück lichteten sich dann alle Wolken. Wir waren umgeben von schneebedeckten Gipfeln, die majestätisch gegen die Sonne standen. Vielleicht war das der Moment, in dem ich mich in dieses Land verliebte.“ Auch den nepalesischen Dschungel im Flachland lernte sie kennen. „Im Chitwan National Park wanderten wir durch den Dschungel, fuhren mit einem Holzkanu durch den Park und machten eine Elefantensafari, auf der wir nepalesisches Wild und Panzernashörner sahen. Der Höhepunkt war, als wir mit den Elefanten baden durften“, erinnert sie sich.

 

Auf dem Rückflug bemerkte sie, wie sehr sie Nepal vermissen wird. „Ich habe ganz alleine ein neues Land entdeckt und es schätzen gelernt. Ich komme wieder“, sagt Emily.

 

Über VoluNation

 

VoluNation ist Spezialist für weltweite Freiwilligenarbeit. Neben einem umfassenden Beratungsangebot bietet VoluNation kurzfristig buchbare Freiwilligenprojekte in mehreren Staaten Afrikas, Asiens und Südamerikas an. Weitere Informationen sind im Internet unter www.VoluNation.com erhältlich.

Erlebnis Nepal. Die Studentin Emily reiste mit VoluNation.
Erlebnis Nepal. Die Studentin Emily reiste mit VoluNation.