Sonnenuntergang: Aufbruch zur Nachtsafari im Phinda Game Reserve
Sonnenuntergang: Aufbruch zur Nachtsafari im Phinda Game Reserve
Im Rover durch die Steppe. Vorne: der Fährtenleser
Im Rover durch die Steppe. Vorne: der Fährtenleser
Löwen-Familie bei Sonnenaufgang: Zum Greifen nahe...
Löwen-Familie bei Sonnenaufgang: Zum Greifen nahe...
Die Phinda Lodge. Luxus-Safari. Foto: phinda.com
Die Phinda Lodge. Luxus-Safari. Foto: phinda.com
Der Blick von meinem Balkon im Beverly Hills Durban
Der Blick von meinem Balkon im Beverly Hills Durban
Der traumhafte Strand von Durban
Der traumhafte Strand von Durban
Durban-Market: Die Standbesitzer haben sich zum Sicherheits-Team zusammen geschlossen.
Durban-Market: Die Standbesitzer haben sich zum Sicherheits-Team zusammen geschlossen.
Das Mandela-Monument des weltberühmten Künstlers Marco Cianfanelli
Das Mandela-Monument des weltberühmten Künstlers Marco Cianfanelli
Das Rasdons Hotel in den Midlands
Das Rasdons Hotel in den Midlands

Es ist Nacht. Wir sind unterwegs im tiefen Dickicht. Über uns: ein Sternenzelt, funkelnd, eine Milliarde Diamanten... Die Milchstraße zieht ein strahlendes Band über den Himmel; so nah, als könnte man den Sternenstaub mit einem zarten Pusten durcheinander wirbeln. Unsere einzige Lichtquelle: die Scheinwerfer unseres Rovers. Der Ranger hat den Motor abgestellt. Im Scheinwerferlicht beobachten wir einen Leoparden. Er sitzt im Busch und beobachtet uns.

Dann. Ein knacken hinter uns. Immer näher kommt das Geräusch... Immer lauter wird das Krachen der Bäume.... „Ein Elefant?“, frage ich den Ranger. „Ein Elefant!“, bestätigt er. Wir sind auf Nacht-Safari im Phinda Private Game Reserve in der südafrikanischen Provinz KwaZulu Natal. Im Schein des Lichts unseres Range-Rovers döst ein Leopard vor sich hin. Wir beobachten ihn, stumm vor Begeisterung. „Wir sollten los“, meint der Ranger. „Die Elefanten mögen keine Menschen.... und sie sind schnell...“ Langsam rollen wir am nun sehr nahen Knacken vorbei. Mit einer Taschenlampe leuchten wir ins Dunkel. Und da ist er, ein riesiger Dickhäuter. Ganz gemach legt er vor unseren Augen einen Baum um. „Sie lieben die Wurzeln“, erklärt unser Ranger. Daher legen sie am liebsten ganze Bäume um, knabbern an den Wurzeln... Der Rest ist uninteressant.


Die Phinda Private Game Reserve ist eine aufregende Destination für Safaris in Südafrika. Auf fast 23.000 Hektar kann man hier die „Big 5“ erleben. Und wir sehen sie alle: Elefanten, Löwen, Nashorn, Büffel und Leoparden.

Dreieinhalb Stunden sind wir von Durban die Küste entlang Richtung Norden mit dem Bus angereist; dann: unwegsames Gebiet. Wir steigen auf Range Rover um und fahren nochmal eineinhalb Stunden ins Dickicht bis wir in unserer Lodge angekommen sind, der Beyond Phinda Forest Lodge. Inmitten des Dickichts sind hier ein paar wenige, sehr exklusive Lodges gesetzt worden. Die Lodges sind luxuriös ausgestattet, gefühlte 5 Sterne.

Es ist Winter in Südafrika - eine sehr angenehme Reisezeit. Tagsüber ist es nicht zu heiß und die gefürchteten Moskitos lassen uns völlig in Ruhe. Nur während der Nacht- und Morgengrauen-Safari wird es kalt. Richtig kalt. Unser Ranger hat heiße Wärmflaschen vorbereitet und Kuscheldecken. Ein überwältigend schöner Sonnenaufgang lenkt vom Frieren ab. Der Fährtenleser, der auf einem Sonderplatz vorne links vor der Kühlerhaube Platz genommen hat, liest die Spuren. Hier ist eine Löwenfamilie lang, deutet er. Der Ranger verlässt den Schotterweg und biegt in die Wildnis ein. Auf einer kleinen Lichtung entdecken wir sie: ein ganzes Rudel Löwen döst in der Nacht. Wir tasten uns im Wagen so nah ran... Fast hat man das Gefühl, die Löwen am Hals kraulen zu können. „Gefahr?“ fragen wir. Solange wir alle im Wagen sitzen bleiben, können uns die Löwen nicht als Beute ausmachen, erklärt der Ranger. Sie nehmen uns nur als Block wahr, der nach Diesel riecht. Um nicht aus diesem Block heraus zu ragen und sich somit in Gefahr zu bringen, verlässt der Spurensucher bei jeder Löwen-Sichtung seinen exponierten Platz und steigt zu uns in die Sitzreihen. Auch Aufstehen zum Fotografieren ist nicht erlaubt. Bei jeder Begegnung mit einem Elefanten bringt unser Ranger den Wagen so in Position, dass wir in wenigen Augenblicken „fliehen“ können. Und tatsächlich. Ein riesiger Bulle, dem wir eine Weile beim Ästeknabbern zusehen dürfen, hat plötzlich genug von uns. Er setzt zur Verfolgung an.... und wir düsen auf dem Schotterweg davon.

Wir sind überwältigt von der Vielfalt der Tiere, die wir auf unserer Safari sehen dürfen. Die Luxus-Lodges sind das i-Tüpfelchen auf dem außergewöhnlichen Reise-Abenteuer.

Zurück in Durban ziehen wir im Beverly Hills Hotel direkt am Meer ein (www.thebeverlyhillshotel.co.za). Jedes Zimmer hier hat Blick aufs Meer. Nach einem köstlichen Abendessen lassen wir uns vom Rauschen der Wellen sanft in den Schlaf wiegen.

Am nächsten Tag erkunden wir Durban. Durban ist die drittgrößte Stadt Südafrikas. Sie liegt am Indischen Ozean und wird von den Einheimischen liebevoll „Durbs“ genannt. Hier wartet eine spannende Mischung aus urbaner Zulu-Kultur, afrikanischem Charme, mit großem indischen Bevölkerungsanteil und Südafrikanern britischer Abstammung auf uns.

Im Elephant House lernen wir Brian Agar und seine entzückende Frau kennen. 1975 kauften die beiden das älteste Haus Durbans. Früher kamen Elefanten in den Garten und randalierten... Daher der Name „Elephant House“. Heute haben die Agars das kleine Anwesen in ein niedliches Museum verwandelt.

Auf dem Warwick Market (www.maraketsofwarwick.co.za) in der City lernen wir die junge Standbesitzerin Sthembiso Mbonambi kennen. Zusasmmen mit anderen Standbetreibern hat sie sich zu einem Sicherheits-Team zusammen geschlossen, um die Kriminalität rund um die Märkte zu eliminieren und für Touristen wieder interessant zu machen. Im rotierenden Dienstplan läuft jeder Standbesitzer Runden und signalisiert Dieben, dass sie hier nichts zu suchen haben. Rund 460.000 Menschen kommen jeden Tag durch diesen Markt. Zusammen mit Sthembiso schlendern wir über die Märkte. Besonders beliebt ist die Halle mit dem Perlenschmuck. Denn Perlen haben in Südafrika eine ganz besondere Bedeutung. Sie sind mehr als nur Schmuck. Junge Frauen fädeln bunte Perlen beispielsweise zu schönen Bildchen, die sie als „Loveletter“ an ihren Angebeteten schicken. Oftmals ist das der Einstieg ins Umwerben. Zu guter letzt wird der Bräutigam der Familie der Braut eine gewünschte Zahl an Kühen übergeben, um die verloren gegangene Arbeitskraft der Frau zu kompensieren.

Auf dem Zulu-Markt dürfen wir nicht fotografieren. „Dieser Stamm glaubt, dass ein Foto das Ansehen der Vorfahren beleidigt“, erklärt unsere Begleitung. In der Tat: die Augen der Menschen hier signalisieren: Mit uns ist nicht zu Spaßen. Hier gibt es Kräuter, Wurzeln, in der Sonne getrocknete Tierkadaver.... Allesamt Zutaten für Vodoo. „Wenn ich Hilfe brauche, weil ich krank bin, kann ich hier her kommen und um Rat fragen“, erklärt Sthembiso. „Und wenn man jemanden um die Ecke bringen will, kann man ebenfalls hier Rat vom Medizinmann einholen...“

Bevor es wieder nach Hause geht, reisen wir noch in die Midlands. Im Nelson Mandela Capture Center (www.thecapturesite.co.za) besuchen wir die Stelle, wo Nelson Mandela seinerzeit verhaftet wurde. Er war illegalerweise Auto gefahren - ein Privileg, das Schwarzen verboten war. Einmal gefangen musste er als Aktivist des African National Congress (ANC) als politischer Gefangener 27 Jahre in Haft verbringen. Es ist ein Ort, der uns inne halten lässt. Hier wurde Geschichte geschrieben. Hier begann Mandelas langer Leidensweg, der ihn zu dem Mann machte, der schließlich das Land zum Ende der Apartheid führte.

Weiter geht die Fahrt durch wunderschöne Landschaften, tiefer hinein in die Midlands, zum Rawdons Hotel (www.rawdons.co.za), wo wir einen Mittagssnack zu uns nehmen. Das charmante Anwesen mit Reetdach katapultiert uns in die britische Kolonialzeit. Auf der Terrasse, bei herrlichem Sonnenschein, genießen wir den Blick ins Tal, auf einen kleinen See. Fast könnte man meinen, in Connemara, Mitten in Irland zu sein.
Beim Heimflug mit South Afrikan Airways lassen wir die fantastischen Eindrücke noch einmal Revue passieren. Die Safaris mit wilden Tieren, quasi zum Greifen nahe, haben uns den Atem geraubt. Die vielfältige Landschaft Südafrikas, die offene Mentalität der Menschen hier, haben uns einverleibt. Ja! Ich kann die Aussage vieler Südafrika-Reisender nur bestätigen: Einmal Südafrika sehen und unsterblich in dieses Land verlieben! Die nächste Reise ist quasi schon gebucht!


Maria Burges im Juni 2016



Reisen nach Südafrika

Angenehme Anreise mit  South Afrikan Airways
Angenehme Anreise mit South Afrikan Airways
Distillery 031
Distillery 031
Südafrika ohne Safari: geht nicht!
Südafrika ohne Safari: geht nicht!
Traumhafter Blick vom Balkon des Beverly Hills Durban
Traumhafter Blick vom Balkon des Beverly Hills Durban

Anreise:

Die South Afrikan Airways fliegt von Deutschland nonstop in alle wichtigen Städte Südafrikas. Die Airline hat uns mit besonders charmantem Service für sich gewonnen.
www.flysaa.com

Kleidung & Moskitos:
Der afrikanische Sommer geht von November bis Mitte März. Im Winter (unserem Sommer) kann es nachts doch recht frisch werden. Dafür gibt es keine Moskitoplage.
Also unbedingt warme Kleidung für Abends mitnehmen.

Safari:
Für die Safari sollte man lange, helle Kleidung und bequeme Schuhe tragen. Für eine Nacht- oder Morgengrauen-Safari empfehlen wir sogar Wollmütze und Handschuhe. Es wird richtig kalt!  Frauen empfehle ich einen Sport-BH für die sehr holprigen Wege... :-) und je nach Jahreszeit natürlich starkes Antimücken-Spray!!

Geld:
Die Währung ist der Südafrikanische Rand, kurz ZAR. Wechselkurs zum Zeitpunkt der Reportage: 1 Euro = ca 16 Rand.

Sprache:
Südafrika hat 11 Amtssprachen. Doch jeder hier spricht Englisch.

Strom:
Ein dreipoliger Adapter ist notwendig.

Zeitumstellung: Keine!

Restaurant-Empfehlung:
The Boiler Room Cafe. Eine sehr coole Location inmitten eines riesigen Industriekomplexes. www.9thavenuebistro.co.za

Distillery 031: Andrew Rall hat hier die erste Brauerei Durbans in einer ehemaligen Textilfabrik gegründet. Hier kann man wochenends Cocktails und feine Burger (auch vegetarische) genießen.
www.distillery031.com

Südafrika mit Thomas Cook:
Beverly Hills Hotel Durban, 5 Sterne: DZ/Person 109 Euro.

Safari KwaZulu-Natal / Phinda Private Game Reserve mit Mountain Lodge (fünf Sterne): ÜN/Pers. inkl Vollpension & 2 Pirschfahrten:
298 Euro
 
14 Rundreisen. z.B.: Zauberhaftes KwaZulu-Natal mit 10tägiger Mietwagenrundreise ab/bis Durban, 9 Übernachtungen. Ab 749 Euro/Pers.

www.dein-suedafrika.de
www.thomascook.de