Mit Kindern & Rucksack unterwegs in Thailand

Von einsamen Stränden, dichtem Urwald & fantastischen Tauchabenteuern


Mit den Kindern per Rucksack durch Südostasien?
Als junge Frau war ich zwei mal mit Rucksack in Asien unterwegs, u.a. in Thailand. Damals als low-Budget-Reisende. Nun kehre ich mit Kindern ins Land des Lächelns zurück..... und bin der glücklichste Mensch der Welt! Eine Abenteuerreise durch Thailand mit Kindern ist herrlich, toll, spannend, bereichernd.  

Maria Burges.

(August 2013)

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Loungemusik dudelt aus den Lautsprechern, die Kinder tummeln sich im Pool, im Hintergrund die hell erleuchtete Skyline von Bangkok. Langsam döse ich dahin. Soll ich noch mal aufstehen, und im gedämpften Licht zu den Kindern in den Pool steigen? Der Geruch der typisch thailändischen Küche steigt zu uns in den vierten Stock hinauf, wo Gym und Pool des Hotels untergebracht sind. Der warme Wind weht die Düfte seicht an uns vorbei. Es ist schön, wieder da zu sein, in Bangkok, der brodelnden Stadt. Als junges Ding war ich schon zwei mal hier gewesen, damals als Rucksack-Budget-Reisende. Heute gönne ich uns das Millennium Hilton. 

 

Mittags Ortszeit sind wir aus München gelandet, eingeflogen mit Thai Airways. Eine angenehme Reise - non stop. Bordservice, Unterhaltungsprogramm, Platz, alles wunderbar. Einzig das Essen an Bord war so lala. Wir lassen uns vom Hilton am Flughafen abholen - wenn schon, denn schon…. So kommen wir komplett ungestresst im Hotel an, beziehen unsere Suite, die businessmäßig schick eingerichtet ist, machen uns frisch. Das Hilton (www.hilton.de/bangkok‎)

ist direkt am Chao Phraya Fluss gelegen. Am eigenen Bootssteg steigen wir in den kostenlosen Bootshuttle-Service und lassen uns zu einem Bootssteg schippern, von dem aus es mit dem nächsten - ebenfalls kostenlosen - Bootshuttle weiter zum Asiatique-Markt geht.

 

Auf den ersten Blick mutet der Markt mit seinem Riesenrad eher wie eine reine, abgedroschene Touristenattraktion an, doch wenn man vom Pier aus in die Hallen schlendert, macht Asiatique dann doch Spaß. Hunderte Bazar-ähnlicher Stände bieten alles, aber auch wirklich alles. Souvenirs, Klamotten, Accessoires und ein paar wirklich coole, abgefahrene Labels, mit tollen Shirts. "Hunger!!" haben die Kinder. Also: Thai-Food an einem der zahllosen Stände.

 

Zurück im Hotel ist das kühle Nass des Hotels die perfekte Abkühlung nach einer langen Anreise und einem heißen Tag in Bangkok. Als ich es schaffe, mich aus meinem Dösezustand auf meiner Liege zu lösen, fahren wir hinauf in den 31. Stock und gönnen uns in der Bar auf dem Dach des Millennium mit atemberaubenden Blick auf die erleuchtete Skyline einen Cocktail. Sündhaft teuer, zwar. Doch den haben wir uns heute redlich verdient.

 

Während unseres Aufenthalts in Bangkok merken wir tagtäglich, dass wir mit dem Millennium Hilton eine wirklich hervorragende Wahl getroffen haben. Abgesehen vom Komfort und wahrlich ausgiebig riesigen Frühstücksbuffet sind wir strategisch bestens platziert. Vom Bootssteg aus lassen wir uns täglich zum Steg der öffentlichen Verkehrsboote schippern und fahren dann für schlappe 15 Baht pro Person, das sind weniger als 50 Cent, zu allen tollen Sehenswürdigkeiten.

Der Königliche Palast

Der Palast, natürlich ein MUSS. Vor 25 Jahren, als ich die beeindruckende Anlage das erste mal besichtigen durfte, waren nur wenige Besucher da. Heute wird sie von abertausenden Touristen tagtäglich besucht. Der Eintritt kostet 500 Bäht pro Person, lange Beinkleidung und dezente Oberteile sind vorgeschrieben. Wer in Shorts oder Mini kommt, kann sich für 200 Baht Pfand eine lange Hose oder einen Sarong leihen. Trotz der Überfülle an Menschenmassen genießen wir die Anlage. Jede Ecke, jedes Dach, jede Figur ist ein Foto wert. Im Tempel des Smaragd-Buddha sitzen Mönche und Gläubige neben Touristen auf dem Boden. Uns ist es unmöglich, uns nicht von der Ausstrahlung und Kraft des Raumes beeindrucken zu lassen. Die Kinder verharren still im Schneidersitz. Es ist schön zu beobachten, wie tief bewegt sie von diesem gold-glitzernden Raum mit riesigem, goldenen Altar und dem über allem thronenden Smaragd-Buddha sind. 

 

Tempel mit Reclining Buddha

Weitaus angehmer und entspannter ist unser Besuch beim Reclining Buddha, beim Ruhenden Buddha. Der Eintritt kostet nur 100 Baht pro Person, die Anlage ist bei weitem nicht so überlaufen und dabei genau so schön. Über 1000 Bhuddas sind hier zu sehen, die Attraktion ist der liegende Bhudda, der 46 Meter lang und 15 Meter hoch ist. Er ist so groß, dass es unmöglich ist, ein Foto vom ganzen Buddha zu machen. Der liegende Buddha zeigt ihn, in Ruheposition, auf der Seite liegend, beim Übergang ins Nirwana.

 

Auf dem Gelände ist auch eine Thai-Massage-Schule untergebracht. Hier kann man sich von richtigen Masseuren für wenig Geld massieren lassen. Wir trauen uns nicht, wollen unsere durch und durch verklebten Körper den Masseurinnen nicht zumuten.

 

Und die Kinder: trotz abartiger Hitze immer tapfer dabei. Wichtigste Regel: viel trinken!!! Immer eine kleine Flasche Wasser in der Hand….. und trinken!!

Mit dem Tuk Tuk geht's weiter in die Kao San Road. Die Kinder sind begeistert von der rasanten Fahrt durch den Höllenverkehr. Wir Erwachsenen kneifen ab und an die Augen zu, wenn's wieder knapp an einem Bus vorbei geht. Die Kao San Road ist die "Schaltzentrale" der Rucksacktouristen. Hier gibt es für wenig Geld Gästezimmer, ganz ohne Luxus. Verkaufsstände mit Allerlei reihen sich neben einfachsten Restaurants. Als junges Mädchen war ich öfters hier in der Kao San Road, um von hier aus meine Weiterreisen zu planen. Heute ist das Flair  ziemlich herunter gekommen und dennoch wimmelt es hier von Low-Budget-Reisenden. Die Kao San Road war und bleibt das Mekka der Rucksacktouristen.

 

Tuk Tuk-Fahren wird zu einer Lieblingsbeschäftigung der Kids, während wir Erwachsenen tatsächlich bei jeder Fahrt Stoßgebete in den Himmel schicken. Tuk Tuk-Fahren ist nicht billiger, als mit dem Taxi zu fahren. Wichtig ist, vor jeder Fahrt einen Preis auszuhandeln. Sonst zahlt man überteuerte Fantasiepreise.

 

Chinatown

Die ultimative Herausforderung in Bangkok ist der "Ausflug" nach Chinatown. Wir starten vom Bahnhof aus zu Fuß in das Zentrum von Chinatown. Es geht durch verdreckte Strassen, vorbei Sargläden, in denen Särge auf- und nebeneinander gestapelt quasi auf der Straße zum Verkauf stehen, Seite an Seite neben Krimskramsläden, Freudenhäusern, Apotheken, in denen Haifischflossen als Medizin angeboten werden, Obdachlosen, die auf der Strasse liegen. Es ist dreckig und es stinkt. Schließlich kommen wir in der "Höhle" von Chinatown an, enge Gässchen, in denen sich hunderte Stände drängen, an denen es allerlei aus China gibt: Spielsachen, Klamotten, Handtaschen, Schmuck, Essen, Schuhe und und und. Es ist drückend heiß, die Gerüche ab und an sehr intensiv. Die Kinder schlagen sich tapfer. Zum ersten mal in ihrem Leben erleben sie solche Hitze, gepaart mit Gestank, Armut, Enge und Dreck. Keinen Moment lang beschweren sie sich über Hitze und Gestank. Und wieder ist unsere wichtigste Regel: Viel Flüssigkeit, viel Trinken.

Richtung Süden: Aava Resort am Khanon Beach

Bangkok, das Moloch, hat einen tiefen Eindruck hinterlassen. Zeit, sich auf den Weg in den Süden zu machen, zu den Traumstränden von Thailand. Wir haben von einem Strand gehört, der vom Mainstreamtourismus noch weitgehend unberührt ist und als einer der schönsten Strände Thailands gilt: Khanom Beach. Die Reise ist unser Ziel und so nehmen wir den 8-Uhr-Zug von Bangkok nach Surat Thani. Rund 9 Stunden tuckeln wir im Zug übers Land. Das Abteil ist klimatisiert und soweit sauber, wir haben Wasser und Verpflegung besorgt und lassen das Land an uns vorüber ziehen. Vorbei geht es an der Grenze zu Myanmar, Reisfeldern, Büffelherden, Dörfern. Das Schaukeln des Zuges wiegt mich in einen permanenten Dösezustand und auch die Kinder reisen geduldig. Einzig die Toiletten des Zuges sind - nun ja….. unbeschreiblich…..Beim nächsten mal würden wir den Nachtzug von Bangkok nach Surat Thani nehmen. Hier bucht man ein erste Klasse-Schlafabteil und kommt dann bequem und ausgeschlafen am nächsten Morgen im Süden an. (Oder noch einfacher: per Flieger...)



In Surat Thani holt uns ein Fahrer des Aava Resort & Spa vom Khanom Beach (www.aavaresort.com) ab. Es ist dunkel, als wir ankommen. Und doch sehen wir sofort: Aava ist jede lange Anreise wert. Atte Savisalo und Kati Häkkinen aus Finland haben sich hier einen Traum verwirklicht, einem jeden Urlauber ein Stück Paradies auf Erden zu schenken. Die beiden waren 2008 als junge Rucksacktouristen mehr durch Zufall an diesen Strand gelangt. "Wir wollten eigentlich eine lange Reise unternehmen und dann Familie gründen", erzählt Kati. Knapp 28 Jahre alt war sie damals. Doch als sie Khanom Beach sahen, wollten sie sofort bleiben. "Wir hatten ein wenig Geld auf der Bank, wir kauften dieses Stück Land und bauten Aava. Warum hier? Dies hier ist der schönste Strand Thailands, das garantiere ich", versichert Atte mit überzeugendem Nachdruck. Atta weiß, wovon er spricht. Er kennt jeden Strand Thailands. Heute haben die beiden eines der schönsten Resorts Thailands erschaffen und eine Familie gegründet: ihre zwei Kinder wachsen hier im Paradie auf.

"Aava ist finnisch und steht für "Ruhiges Meer"", erzählt Kati. 28 kleine Designer-Häuschen, mit skandinavischen Geschmack für Luxus eingerichtet, gebettet in einen exotischen Garten. Es gibt Doppelzimmer-Häuschen, kleine Villen mit eigenem Deck am Pool und die Familienvillen. Die Familienvilla bietet uns großzügig Platz, wir haben zwei Badezimmer mit Designer-Amaturen, wir haben eine eigene Terrasse mit hübschen Möbeln und Whirlpool und Blick aufs Meer.

Der Pool, direkt am weißen Sandstrand. Der Strand: menschenleer. Genau das haben wir gesucht. Aava ist der perfekte Rückzugsort für die, die ihre Ruhe haben wollen. "Maximal 60 Leute kommen bei uns unter", erzählt Atte. Perfekt! Paradiesisch. Wie aus einem Werbespot. Während ich meine Runden im Pool schwimme, habe ich das Gefühl, der Pool gehört mir, ganz alleine. Beim Spaziergang entlang dem Strand sind die einzigen Wesen, die wir treffen, kleine Krebse, die vor uns ins Meer fliehen. Sonntags kommen einige Einheimische zum Picknicken im Schatten der Palmen. Hin und wieder gibt es ein kleines Hüttchen, wo man für wenig Geld lecker essen kann. Khanom Beach erinnert ein wenig an Koh Samui, lang bevor es vom Welttourismus entdeckt wurde.
 
Das Abendmahl nehmen wir heute bei Mondschein, Fackel- und Kerzenlicht direkt am Strand ein. Der Chefkoch des Aava hat den Grill unter der Palme aufbauen lassen und grillt: Hühnchen, Steak, Calamari und Garnelen. Dazu ein kühles Glas Weisswein. Danach loungen wir im Sitzsack am Strand, die seichte Musik vermischt sich mit dem Rauschen der Wellen..... und wieder döse ich glücklich dahin. Darf man so einen wunderbaren Ort weiter verraten, oder soll man ihn ganz für sich behalten und reservieren.....? Geht leider nicht. Ich würde diesen Ort am liebsten mit all meinen Freunden und meiner Familie teilen und wiederkommen. Ganz oft!
 
Das Aava bietet einen Babysitterservice an. Und so treffen wir auch ein junges Pärchen, das mit Baby angereist ist. "Die beiden haben seit 8 Monaten länger als ein paar Stunden am Stück geschlafen", erzählt Kati. "Deshalb habe ich unsere Nanny gleich angewiesen, sie ein wenig zu entlasten." Und so genießen die beiden beides: täglich ein paar Stunden für sich, während ihr Baby in der Obhut einer sehr süßen und fürsorglichen Babysitterin ist; und Stunden zu dritt.

Das Aava bietet außerdem Yoga und ein Spa für Verwöhnmomente und tolle Tipps für spannende Ausflüge.

Von rosa Delphinen und Tropfsteinhöhlen

Am Khanom Beach gibt es rosa Delfine. Jawohl. Rosa! Rosa Delfine gibt es weltweit nur sehr selten, u.a. vor Hongkong und hier. Also machen wir uns auf den Weg, diese rosa Delfine zu finden. Mit einem Boot fahren wir hinaus in die Bucht, wo die Delfinschule sich ab und an tummeln soll. Vorbei geht die Fahr an fantastisch tollen Inseln, auf einer machen wir Halt und erklimmen den Gipfel, wo für zwei berühmt thailändische Mönche ein Shrine erbaut wurde. Weiter geht die Fahrt die Küste entlang. Doch leider: heute keine Delfine. Die Kinder sind enttäuscht.
 
Nächste Station: eine Tropfsteinhöhle. Unser Führer gibt Taschenlampen aus. Dann steigen wir  in die Höhle hinab. In der ersten Höhle ist ein schöner Altar errichtet. Wieder werden heilige Mönche verehrt und mit Räucherstäbchen gehuldigt. Weiter geht´s hinab in die Tiefen der Erde, tiefer und tiefer.... bis wir zu einer engen Felsspalte kommen, wo mich ohne Vorwarnung panische Klaustrophobie überkommt. Ich muss zurück! Sofort! Ich krieg keine Luft mehr.... Für mich ist hier Endstation. Denke ich. Den Rest der Gruppe ermutige ich, weiter zu gehen und zu genießen. Doch da steigt mein Sohn durch die Felsspalte zurück zu mir und redet mir solange gut zu, bis ich Mut fasse und weiter steige, mal gebückt, mal fast kriechend, durch enge Felsspalten, durch große und kleine Höhlen, immer tiefer hinab. Die Belohnung ist überwältigend. Unten angekommen finden wir eine riesige Tropfsteinhöhle. Unter der Decke hängen hunderte Fledermäuse. Wir kommen aus dem Staunen und Bewundern nicht mehr raus. 90 Meter sind wir nun in die Erde hinab gestiegen. Weiter können wir nicht. "Da unten gibt es nicht genug Sauerstoff, um zu atmen", erklärt unser Begleiter. Als ich mich nach unserem Ausflug ins Innere der Erde bei meinem Sohn für die moralische Unterstützung bedanke, meint er: "Mama, sonst motivierst du mich immer. Jetzt konnte ich mich mal revanchieren!" Ich bin sehr gerührt und unglaublich stolz auf einen Sohn!

Unser nächster Besuch gilt winzigen, gefrässigen Artgenossen:Putzerfischen. In einem exotischen Dschungelgarten leben in einem Teich abertausende kleiner Fische, die es lieben, alte Haut abzufieseln und zu fressen. Einige Thaimädchen sitzen bereits auf einem Steg und halten ihre Füße ins Wasser - und kreischen und kichern vergnügt. Okay. Ausprobieren. Die Vorstellung ist schon komisch: die kleinen, niedlichen Fische sollen meine alte Haut abfieseln..... Also: Verse rein. Und schon kleben gefühlte tausend Fischlein an meinem Fuß. Ein Schrei entfährt mir.... DAS KITZELT!!! Es dauert eine ganze Weile, bis ich es schaffe, beide Füße unter Wasser zu halten und das Putzen der Fischlein auszuhalten. Zu komisch ist die Vorstellung, anfänglich. Zu kitzelig ist die Begegnung. Aber dann wird es sehr angenehm. Es fühlt sich an wie eine Mischung aus Akupunktur, Streicheleinheiten, Peeling und dann macht der Gedanke doch Spaß, dass die Füße danach schön weich sind. Ich entspanne. Schööööööön

Der National Park

Ich sitze auf der kleinen Veranda unseres Floating Houses, unseres schwimmenden Häuschens. In den frühenden Morgenstunden sind wir von Khanom Beach zum Khan Sok National Park aufgebrochen, zum Chiaw Lag Lake. Zweieinhalb Stunden von Khanon Beach entfernt, Richtung Westen. Hier, inmitten des Regenwaldgebirges hat die Regierung 1982 einen Staudamm errichtet und ein riesiges Gebiet geflutet. Heute ist der riesige Stausee Teil des wunderschönen Nationalparks. Mit einem Longtail Boat fahren wir von der Anlegestelle am Ostufer des Sees eineinhalb Stunden über den riesigen See mit fantastischen Schluchten. 165 Dschungel-Inselchen, frühere Berggipfel, ragen aus dem Wasser. Der Tipp unserer Begleiterin Tukata, für wenige Baht einen Regenüberwurf zu kaufen, war goldrichtig. Plötzlich ziehen schwarze Wolken auf und es regnet aus Kübeln. Der See ist rund 40 km lang. Ziel unserer Bootsfahrt ist ein winziges, schwimmendes Resort, das 500 Rai (www500rai.com) das man nur per Boot erreichen kann. Die kleinen Ferienhäuschen sind auf Flössen gebaut. Es gibt nur wenige Stunden am Abend Strom. Aus dem Regenwald dringt das Rattern des Stromgenerators zu uns herüber. An der Anlegestelle unseres schwimmenden Häuschens aus Bambusrohren liegen zwei Kanus, mit denen wir bald am Regenwaldufer entlang paddeln. Es ist heiß, tropisch. Und so ist ein Sprung ins warme Wasser ab und an sehr angenehm.

 

Die schwimmenden Häuser wurden erst vor eineinhalb Jahren gebaut. "Die Thais kommen schon seit 10 Jahren in den Park. Ausländische Tourismus haben den Park erst vor ein paar Jahren entdeckt. (www.khaosok-tourism.com) Jetzt kommen jährlich mehr Ausländer", erzählt die 24jährige.

Der Regenwald macht seinem Namen alle Ehre. Es regnet immer wieder, kurz; ein Mords Spaß für die Kinder. Denn im strömenden Regen vom Bambuspier aus ins Wasser zu springen, macht viel mehr Spass, als bei Sonnenschein. Und so bleiben die beiden den ganzen Tag lang im Wasser, während wir Erwachsenen abwechselnd lesen oder dösen. Das sanfte Schaukeln des Hauses wiegt uns angenehm. Hier, in mitten der Wildnis, gibt es nichts: kein Internet, kein Telefon, kein TV, kaum Strom. Wer hier nicht runterfahren kann, dem ist nicht mehr zu helfen.

Unsere Reise in den Nationalpark inklusive Anreise, aller Mahlzeiten, Überfahrt im Longtail Boat, Übernachtung und Wanderung durch den Dschungel kostet für uns vier 10.000 Baht. Pro Person fallen dann noch 200 Baht Eintrittsgebühren für den Nationalpark an. Schade nur: von der versprochenen Elefantentour durch den Dschungel oder der Wanderung durch den Dschungel wissen die 300rai-Leute plötzlich nichts mehr.... Und leider reicht die Zeit nicht, diese Erlebnisse nun noch getrennt zu organisieren.

Fotos: Blick auf den Staudamm. Die schwimmenden Häuser. Unsere Terrasse mit Badespaßgarantie. Überfahrt mit dem Longtailboat.

Koh Samui

Unsere Palm-Island-Hütte am Chaweng Beach
Unsere Palm-Island-Hütte am Chaweng Beach

Tschüss Einsamkeit. Tschüss Wildnis. Zurück in die Zivilisation. Wahrlich. Vom National Park lassen wir uns zum Surat Thani Flughafen kutschieren, wo wir für 350 Baht pro Person die Weiterfahrt nach Koh Samui buchen. Im Preis inbegriffen: die eineinhalbstündige Busfahrt vom Flughafen zum Meer und dann die Überfahrt zur Insel per Fähre. Noch vor der Abfahrt steigt ein sehr geschäftstüchtiger Mann zu uns in den Bus und will uns unbedingt jetzt schon die Taxifahrt vom Koh Samui Fährhafen zum Zielort Chaweng Beach verkaufen. Einen gaaaanz besonders guten Preis verspricht er und und will sofort kassieren. Als wir dankend und höflich ablehnen, rastet er aus: "Idioten!" beschimpft er uns. Das würden wir bereuen, skandiert er und zeigt uns einen Vogel. Nur gut, dass wir diesem freundlichen Herren kein Geld gegeben haben.

 

Auf Koh Samui angelangt ist es kein Problem, weiter zu kommen. Taxen warten überall. Schnell ist ein vernünftiger Preis ausgehandelt. Der Taxifahrer empfiehlt uns das Palm Island am Chaweng Beach. Und da es spät ist, checken wir hier ein. Das Resort bietet Zimmer in allen Preiskategorien an, von 1500 bis 6500 Baht. Für die erste Nacht belegen wir ein einfaches Zimmer ohne jeglichen Konfort. Am nächsten Tag ziehen wir in die Strandvilla um; toll gelegen, direkt am Strand; ein schönes, geräumiges Haus... nur das Bad..... scheint, als wären die Hygienestandarts auch in den teueren Kategorien vernachlässigenswert. Das Palm Island war sicherlich irgendwann einmal eine schöne Anlage. Doch heute ist der Service hier schlecht, die Nettigkeit des Personals je nach Laune mal besser, mal schlechter, die Zimmer sind heruntergekommen, das Frühstück eine komplette Farce, das Essen lieblos. Egal. Wir bleiben nur drei Tage, genau so lange, um eine schlimme Magenverstimmung auszukurieren.

 

Chaweng Beach ist der schönste Strand auf Koh Samui, heißt es. Das war er in der Tat sicherlich, vor langer Zeit. Vor 20 Jahren, als ich schon mal auf der Insel war, war es hier fast so einsam wie am Khanom Beach. Heute ist jeder Meter am Chaweng Beach mit Restaurants, Bars, Massageangeboten und dergleichen belegt. "Massaaaaaage!!" klingt es alle 30 Sekunden. Die Bars und Restaurants haben nicht wirklich das chillige, asiatische Flair, das man hier suchen würde. Es ist laut. Andauernd wird man angesprochen, ob man nicht doch unbedingt irgendetwas kaufen möchte. Auf der kaputten und verdreckten Hauptstrasse geht es noch hektischer und lauter zu. Massagebars, Schneidereien, Souvenirläden... und permanent wird man angesprochen: "Ein Anzug; unbedingt; über Nacht; nur 99 Baht....!" Nach der herrlichen Ruhe von Khanom Beach ist uns der Trubel zu viel. "Dann können wir ja gleich nach Mallorca reisen", denken wir uns.

 

Das ist nicht wirklich das, was wir in Thailand suchen. Sicher, natürlich gibt es auf Koh Samui viele andere Strände und eine Menge Safaris und Ausflüge, die wir sehen und erleben könnten. Doch es zieht uns weiter....

Tauchen auf Ko Tao

Claus und Neus von Phoenix Divers mit Sean
Claus und Neus von Phoenix Divers mit Sean

Für nur 650 Baht pro Person geht die Reise weiter auf die übernächste Insel: Ko Tao, die "Schildkröteninsel". Wir werden vom Hotel abgeholt, zum Pier gebracht, die Fähre braucht zwei Stunden nach Ko Tao - mit einem kurzen Zwischenstopp auf Ko Phan gan. Auf der Insel angekommen werden wir mit einem Pickup abgeholt und quer über die Insel gefahren, zum AC2-Resort. Auf Ko Tao wollen wir tauchen gehen. Mein Sohn, 14 Jahre alt, hat seit geraumer Zeit den Wunsch, den Tauchschein zu machen, und ich würde nach mehr als 15 Jahren Pause das Tauchen gerne wieder auffrischen. 

 

Im AC2-Resort am Sairee Beach angekommen, begrüßt uns die Spanierin Neus. "Ihr wollt tauchen? Willkommen!" Vor vier Jahren ist die 28jährige das erste mal als Rucksackreisende nach Ko Tao gekommen. Sie lernte das Tauchen, blieb ein paar Wochen. Vor drei Jahren wollte sie auf der Durchreise ihren Tauchlehrer Claus aus Schweden besuchen..... und blieb. Sie machte den Tauchlehrerschein. Heute ist sie Managerin von Poenix Divers (www.phoenixdiverskohtao.com). Bei Phoenix ist das Pubikum und das Team international, extrem entspannt.

 

Claus nimmt sich meinen Sohn Sean unter die Fittiche. Die Lehrvideos und -bücher für Sean sind alle in Deutsch, den Unterricht hält Claus dann in englisch ab. Eine tolle Kombination. Sean versteht und begreift den Stoff schnell und gleichzeitig frischt er sein Schulenglisch auf. Schon am ersten Abend bin ich beeindruckt, mit welcher Selbstsicherheit er sich in englisch unterhält. Klasse. Ich freu mich ungemein. Claus hat ein gutes Händchen für Sean. "Es ist toll, wenn sie so jung anfangen, dann haben sie keine Angst", erzählt der 47 Jährige. Claus lebt seit 17 Jahren auf Ko Tao. Als Tauchlehrer kam er aus Schweden hier her und wollte eigentlich nur eine kleine Weile bleiben. Heute kann er sich ein Leben in Schweden nicht mehr vorstellen. Zusammen mit seiner Frau aus England und seinem vierjährigen Sohn lebt er glücklich auf Ko Tao. Auch seine Frau war eine Durchreisende.... und blieb.... wegen der Liebe. Claus ist ein sehr erfahrener und besonnener Tauchlehrer. Optimal für eine Mama, die ihren jungen Teenager in die Obhut eines Lehrers gibt, der eine Sportart lehrt, die mit Besonnenheit und Verstand ausgeübt werden sollte. (In Deutschland dürfen Jugendliche ab 14 Jahren den ersten Tauchschein machen, nachdem sie einen ärztlichen Tauglichkeitstest bestanden haben. In Thailand dürfen Kinder schon ab 12 Jahren Tauchen lernen; ohne ärztliche Bescheinigung. Trotzdem: die Gesundheitstauglichkeit haben wir in Deutschland vom Arzt abkären lassen. Beim Tauchen sollten immer alle Vorsichtsregeln ernst genommen werden!!)

 

Ich mache einen "Refresher"-Kurs mit dem thailändischen Tauchlehrer F geht im Pool mit mir alle Tauchdetails durch. Wir gehen durch die theoretischen Punkte, im Pool absolviere ich alle Tauchübungen. Die Angst, ich könnte meine frühere Leidenschaft verlernt haben, ist komplett unberechtigt. I love it!

 

Das Sahnehäubchen meines Taucherdaseins sind denn natürlich die ersten gemeinsamen Tauchgänge mit meinem Sohn. Mit dem rosaroten Phoenix-Boot gehts hinaus aufs Meer. Klaus wählt für die ersten Tauchgänge seichte Gewässer mit vielen fantastischen Korallen und Fischen. Perfekt, faszinierend, wunderschön..... und ich bin die glücklichste Mama der Welt!!

 

An der Ostküste Thailands ist das Tauchen eigentlich nur um Ko Tao sinnvoll. Auf Koh Samui werden zwar Tauchgänge angeboten. Doch die Boote fahren allesamt hierher. Jeder Tauchgang ist ein Highlight: Korallen, Fische - rieisge Schwärme - Schlagen, Moränen, ab und an eine Schildkröte und ab und an ein Walhai. Im Juni 2011 wurde ein ausrangiertes Marineschiff vor der Küste versenkt, um eine weitere Tauchattraktion zu kreieren. Am Abend des dritten Tauchkurstages erhält Sean seinen Tauchschein..... und ich hab' einen unglaublich stolzen und glücklichen Teenager zuhause.

 

"Ich will's auch probieren", bettelt die Tochter seit Tagen. Verdenken kann ich es ihr nicht. Also buchen wir ihr einen Taucherschnupperkurs. Der junge Spanier Angel erklärt ihr die Grundregeln und geht im Pool die Grundübungen mit ihr durch. Und am Nachmittag gehen wir dann zu dritt tauchen, in seichten Gewässern, mit jede Menge Korallen und vielen Fischen. Unsere 12jährige taucht wie ein Delphin, bestaunt die Unterwasserwelt, durch die Taucherbrille strahlen ihre Augen vor Freude. Sie ist ganz in ihrem Element. Nach ihrem ersten Tauchgang im offenen Meer lächelt sie von einem Ohr zum anderen: "Das war suuuuuuupaaaa!!" Okay. Darf ich die Welt umarmen?

 

Ko Tao ist genau nach unserem Thailandgeschmack. Unser Resort AC2 liegt direkt am Strand. (Die Anlage AC1 hat uns nicht gefallen....) Wir haben ein ganz neu gebautes Familienzimmer belegt. Die Abende verbringen wir im AC2-Restaurant bei gutem Essen, mit Deck über dem Strand, Kissengelage und direktem Blick auf traumhafte Sonnenuntergänge. Das Publikum auf der Insel ist auf Relaxen programmiert. Hier gibt es keine Touristen, die sich in Bangkok junge Thailänderinnen als "Reisebegleitung" gekauft haben.

 

Wir verbringen die Tage mit Tauchen, im Schatten liegen, lesen, gut essen und Massagen. Jeden Abend genießen wir den atemberaubenden Sonnenuntergang bei loungiger Musik und kühlen Drinks. So stellt man sich einen Thailandurlaub vor. Chillig, loungig, entspannt.

 

"Mama! Können wir in zwei Jahren, wenn ich den Tauchschein machen darf, wieder genau hierher kommen", möchte Töchterchen wissen. Aber gerne, denke ich mir und lache glücklich und stolz auf eine tolle Reise!

Fotos: Ankunft auf Ko Tao, Weiterreise auf dem Pickup. Unser Strand an der Westküste Ko Taos. Seans Tauchkurs & Refresherkurs. Tauchgang mit der Phoenix-Crew. Claus überreicht Sean seinen Tauchschein. Shannon schnuppert Tauchen. Und Sonnenuntergangimpressionen. (Fotos: Maria Burges, Christian Meyer, Unterwasserfoto: Matee Srisawat)


Tipps für Thailand:

Thailand ist ein fantastisches Reiseland, egal für welchen Geldbeutel. Die Menschen sind freundlich, die Reise, egal ob mit klimatisiertem Bus, Zug oder Innlandsflug, einfach und günstig.

 

Geld wechseln

Nur ein paar wenige Euro in Deutschland für die Ankunft in Baht wechseln, denn der Wechselkurs ist in Thailand viel besser.

 

Sicherheit

Lassen Sie sich nie von irgendwem anquatschen und eine Reise, eine Tour, ein Sight-Seeing oder sonst irgendwas aufschwatzen. Das bedeutet immer: Sie zahlen drauf. Nehmen Sie keine Getränke oder Essen von Fremden auf der Strecke oder in einem Bus an. Es ist schon passiert, dass Kekse oder Äpfel mit Schlafmittel versehen waren. Und beim Aufwachen ist dann der Rucksack mit Wertsachen weg.

 

Noch ein Tipp: Finger weg von Leuten, die Sie an der Strasse, am Busbahnhof oder sonst wo ansprechen, um ihnen tolle Tipps zu guten Preisen zu versprechen. Ein Thai spricht Menschen nie einfach so an. Es hat sich leider in den letzten Jahren der Brauch eingeschlichen, Nepper auszusenden, um Urlauber zu ködern und - meist - übers Ohr zu hauen.

 

Reisezeit und Wetter

Die Hauptreisezeit ist natürlich während des europäishen Winters. Wer kann, verkürzt sich den Winter und genießt in Thailand bestes Wetter. Im April und Mai ist es am heißesten.Die Regenzeit teilt sich in Südthailand in zwei Zeiten auf: An der Westküste herrscht im August Regenzeit, an der Ostküste eher im November.

 

Impfungen

In manchen Gebieten Thailands gibt es eine Malariagefahr. Man sollte sich unbedingt beim Robert-Koch-Institut informieren. Ratsam ist immer, die Tetanusimpfung und Hepatitis-A-Impfung auffrischen zu lassen. Wichtig sind eine gute Dose Moskitospray und Fenistil. Und: Medikamente gegen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.... für alle Fälle!!

 

Einreise

Reisende mit deutschem Pass brauchen bei einem Besuch von bis zu 30 Tagen kein Visum. Der Pass muss mindestens 6 Monate gültig sein.

 

Gute Sitten

Badeklamotten sind nur am Strand gewünscht. Oben ohne sehen die Thais nicht gerne. Vor dem Betreten eines Tempels immer die Schuhe ausziehen. Beim Sitzen auf dem Boden einem Buddha oder Thai nie die ausgestreckten Beine entgegen strecken.

Wer mit dem typischen Thaigruss - mit zueinander gefalteten Händen - und einem freundlichen Lächeln den Menschen begegnet, ernted seinerseits Freundlichkeit.


Internet:
Es gibt fast überall in Thailand Internet. Manche Hotels verlangen Gebühren für den Zugangscode zum WLan. Manche Hotels und viele Bars bieten Internet kostenlos an.

Gepäck:
Wer intelligent ist, packt nur Unterwäsche, Toilettenaccessoires und ein Outfit für den ersten Tag ein. Wer in Bangkok ein paar Tage verbringen will, landet im absoluten Shoppingparadies. Hier gibt es alles, wirklich alles, was das Herz begehrt und das zu guter Qualität und guten Preisen. Selbst Koffer und große Rucksäcke sind beispielsweise in der Kao San Road zu haben.

Essen:
Man kann in Thailand wirklich günstig und gut essen. Aber Obacht: wenn der Thailänder "…. ein kleines bisschen scharf….." meint, heißt das in der Regel für unseren Gaumen: SCHARF!!

Finger weg von offenen Getränken oder Eis aus dem Container. Wir haben einmal auf Koh Samui am Chaweng Beach Kindercocktails genossen.... und dafür bitter gebüst: die Kinder wurden ad hoc schwer krank, mit Durchfall und Erbrechen. Zwei Reisetage sind da schnell dahin.