Tauern Spa in Zell am See

Urlaubs-Planet XXL in Kaprun Das Tauern-Spa Zell am See

Futuristisch sieht es aus, wie eine Raumstation liegt es da, inmitten der wunderschönen Berglandschaft Kapruns: das Tauern Spa Zell am See; ein Wellness-Tempel XXL.

Futuristisch sieht es aus, wie eine Raumstation liegt es da, inmitten der wunderschönen Berglandschaft Kapruns: das Tauern Spa Zell am See; ein Wellness-Tempel XXL.

Die Eingangshalle mit Rezeption ist herrlich hell und modern eingerichtet. Als vierköpfige Familie beziehen wir zwei aneinanderliegende Doppelzimmer, mit Verbindungstür. Die Zimmer sind groß, sie sind hell, modern, gemütlich mit tollem Badezimmer, Balkon und Blick aufs Bergmassiv, inklusive.

Das Tauern Spa wurde erst im vergangenen November eröffnet. Mit einer Investition in Höhe von 83 Millionen Euro wurde hier ein „Basis-Camp“ für’s Urlauben und Erholen errichtet. „Wohlfühlen, exzellent wohnen und die hervorragenden Angebote der Region nutzen, so lautet unser Konzept!“ erklärt Hotelchef Karl Berghammer. Das Versprechen wird gehalten: 20.000 qm Spa-Wasserwelt mit 11 verschiedenen Pools und separatem Kinderbereich, 13 verschiedenen Saunen mit Textilsauna für die Gäste, die sich nicht so gerne nackig machen, ein Panorama-Spa mit Penthouse-Feeling und gläsernem Pool und Blick auf den Gletscher, Fitnessclub, Kinderbetreuung, kostenlose Minibar, kuschelige Bademäntel und –Schlappen und am Abend ein 5-Gänge-Menue, das sogar den verwöhntesten Gaumen dahin schmelzen lässt; und das Frühstück: ein Schlaraffenland!

Unser erster Ausflug führt uns zum Kapruner Staudamm auf dem Mooserboden. Allein die Anreise ist ein Abenteuer. Zunächst fahren wir mit dem Bus zur riesigen offenen Schrägbahn – angeblich die größte der Welt. Leider ist uns das Wetter nicht hold und so steigen wir mit der Schrägbahn hinauf in die dichte Wolkendecke. Weiter geht’s mit Bus zum Mooserboden auf 2.040 Meter hinauf. Jedes Gefährt, jedes Gerät hier oben wurde mit der Schrägbahn auf den Berg geschafft. Oben am Staudamm angekommen empfangen uns Larissa und Tobi-Turbo, das Staudamm-Maskottchen. Die beiden übernehmen die Führung für die ganz kleinen. An verschiedenen Stationen lernen die Kinder, wie ein Staudamm gebaut wird, wofür er gut ist. Bei gutem Wetter genießt man von hier oben eine umwerfend gigantische Aussicht mit Blick auf den Großglockner und 7 andere 3tausender. Heute ist das Wetter so schlecht, dass wir vor lauter Nebel nicht mal den Staudamm, auf dem wir wandern, sehen können.

Larissa führt die Kinder von Station zu Station. Sie erfahren, dass das Wasser im Stausee vom Gletscher kommt und somit eiskalt ist und darin keine Fische leben. Im Gletschermuseum gewinnen wir einen kleinen Eindruck dessen, wie es im Bauch eines Gletschers aussehen würde.

Noch immer verdecken die Wolkenschichten unsere Sicht auf die Berge und so wird eines unserer Highlights heute die Führung durch den Bauch des Staudamms. Auf einer engen Treppe steigen wir in die Tiefen des Damms und laufen im inneren von einer Seite hinüber zur anderen. Sohnemann Sean darf mit Stirntaschenlampe das Schlusslicht bilden. Er ist dafür verantwortlich, dass niemand hier unten verloren geht. Am anderen Ende angekommen wandern wir ca 30 Minuten lang einen herrlichen Bergweg zur Fürthmoar Alm hinunter. Dort ankommen, begrüßt uns Wirtin Kathrin mit einer deftigen Brotzeit und einem großen Glas Almdudler. Endlich schafft es die Sonne, die geschlossene Wolkendecke zu zerreißen und so erhaschen wir doch noch einen Blick auf den mächtigen Staudamm über uns. 

Zurück im Hotel flitzen die Kinder in die Poollandschaft während ich mir eine Vitalmassage gönne. Therapeutin Claudia Enn liebt ihren Job. Das vermittelt sie mit einem Strahlen und einer Behandlung, die mich direkt auf Wolke Sieben schickt. Sie beginnt mit einer Fußreflexzonenmassage und verwöhnt mich dann mit einer Nacken- und Rückenmassage. Nach 50 Minuten ist das Vergnügen vorbei und ich überlege einen Moment, sie auf Knien anzuflehen, mich eine Woche lang toujours zu behandeln – ohne Pause, versteht sich.

Am nächsten Tag muss wegen noch immer miserablen Wetters die geplante Mountainbike-Tour gestrichen werden. Während die Kinder nun mit Kinderbetreuerin Gloria zu einer Detektiv-Tour in den Nationalpark Hohe Tauern aufbrechen, fahren wir Erwachsenen ins Nationalpark-Museum. Dort erwartet uns Ranger Herbert Schmuck. Mit der Leidenschaft eines durch und durch passionierten Umweltschützers führt er uns durchs Museum und schenkt uns somit Einblicke in die Geheimnisse des Tauern-Landes, die wir sonst nie erfahren würden. Drei Bundesländer umfasst dieser Nationalpark: Salzburg, Kärnten und Tirol – mit einer Größe von mehr als1800 Quadratkilometern der größte Nationalpark Mitteleuropas. Hier lernen wir, dass Murmeltiere immer im Familienverbund auftreten. Beim Fressen stellen sie immer ein Murmeltier ab, das bei Gefahr einen lauten, hellen Warnschrei abgibt. In Nanosekunden verschwinden alle Murmeltiere dann im Erdloch. Den Winter verbringen sie, eng zusammen gekuschelt, in ihrer Höhle beim Winterschlaf. Wir lernen auch, dass der Kolkrabe eine lebenslange Ehe führt. Raben bleiben ein Leben lang zusammen, machen sich jährlich den Hof und fliegen wunderbar synchron durch die Lüfte. Wenn man also Raben sieht, die perfekt in synchronischer Harmonie ihre Kreise ziehen, weiß man, dass sie schon sehr lange „verheiratet“ sind.

Das Wetter bleibt während unseres gesamten Aufenthalts in Tauern scheußlich, grau und regnerisch. Umso besser der Aufenthalt im Hotel. Die weitläufige Fläche, das XXL-Angebot an Pools, Saunen, Solarien und Wellnessbehandlungen sorgt dafür, dass zu keiner Sekunde Frust aufkommt. Jeden Tag gönne ich mir eine neue Wohlfühlbehandlung während den Kindern langsam Schwimmhäute zwischen den Fingern wachsen müssten. Da die große Poollandschaft auch für externe Gäste geöffnet ist, kann es zuweilen recht voll werden. Dann lohnt es sich, in die für Gäste des Hotels reservierte Panorama-Spa-Landschaft zurück zu ziehen. Einzinger Wehrmutstropfen: die Saunalandschaften sind für Kinder unter 15 Jahren komplett tabu. Auch in Begleitung der Eltern dürfen sie hier nicht rein. "Da wäre es mit der Erholung gleich vorbei", betont der Saunameister.

Nun gut. Unsere Kinder sind in der riesigen Pool-Landschaft absolut glücklich. Jeden Abend haben wir unsere Mühe, sie aus dem Pool zu locken. Doch das Gourmet-Abendmenue ruft: Gebratene Entenbrust mit Pflaumensafterl, gefülltem Kartoffel-Krautknödel und Preiselbeeren. Danach Creme Brulee mit Vanille-Cassis-Eis…. Mmmmmhh.

Billig ist das Tauern Spa nicht. Zwei Doppelzimmer für vier Familienmitglieder kosten pro Nacht an die 400 Euro. Doch fühlt man sich hier im Base Camp gut aufgehoben. Man wird zu hundert Prozent verwöhnt. Batterien aufladen? Hier garantiert! Und wenn man dann in hohen Lüften im gläsernen Panorama-Pool bei Whirlpool-Temperaturen den Blick auf die Berge rundum genießt, weiß man: Wir kommen wieder!

Autorin: Maria Burges

mampa-Junior-Testerin Shannon, 10 Jahre alt:
Besonders gut gefallen hat mit das Schwimmen und die Wii-Tanzabende mit Gloria und die tollen Ausflüge.

mampa-Junior-Tester Sean, 12 Jahre:
Mir hat die große Poollandschaft besonders gut gefallen. Doof fand ich, dass es keinen Spiel- und Tobeplatz draußen gibt.

mamplinchen-Punkte:
Wohnen: 6 mampalinchen
Essen: 6 mampalinchen
Freundlichkeit: 6 mampalinchen
Familientauglichkeit: 5 mampalinchen
Wellness: 5 mampalinchen (Ab und an ist der Betrieb zu voll und ein permanent ein- und ausschaltender, lauter Springbrunnen vor den Zimmern verhindert einen vollen Genuß der herrlichen Bergluft, da man die Balkontüren tagsüber wegen des Brunnen-Lärms leider verschließen muss.)
Umgebung: 6 mampalinchen, da es in Kaprun und Zell am See im Winter wie im Sommer endlos viel Freizeit- und Abenteuerangebote gibt.
Erholung: 6 mampalinchen. Sogar bei grauenhaftem Wetter gibt es hier genug Platz und Angebote unter einem Dach, um sich durch und durch zu erholen.

Kontakt: 

Tauern Spa in Zell am See
Base Camp für Körper und Seele
Tauern Spa Platz 1
A-5710 Kaprun
www.tauernspakaprun.com

Nationalpark Museum
www.nationalparkzentrum.at

Kaprun Hochgebirgsstauseen Verbund auf dem Mooserboden
www.verbund-tourismus.at

 

(19. Juni 2011)

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