Thomas Cook wird 175

Oberursel, 21. Juni 2016  Thomas Cook, einer der weltweit führenden Reiseveranstalter, feiert am 5. Juli 2016 sein 175-jähriges Bestehen. Seit der ersten Pauschalreise hat sich das Unternehmen zu einem internationalen Konzern entwickelt, der in 15 Märkten aktiv ist, im Jahr mehr als 20 Millionen Kunden betreut und rund 22.000 Mitarbeiter beschäftigt.


Die ersten Jahre
Die Anfänge von Thomas Cook liegen im Jahr 1841, als der Gründer und Namensgeber eine Reise für 500 Menschen zu einem Abstinenzlertreffen organisierte, die für den Preis von einem Schilling rund 20 Kilometer mit dem Zug von Leicester nach Loughborough fuhren. Mit der Vision, Menschen durch das Reisen zusammenzubringen, begann Cook, eine Reihe von Fahrten zwischen Leicester, Nottingham, Derby und Birmingham zu organisieren. Tausende Menschen bekamen so zum ersten Mal die Möglichkeit, mit dem Zug zu reisen. Der Grundstein für Cooks Veranstaltergeschäft war gelegt.


Innerhalb von vier Jahren verwirklichte Thomas Cook seine Vision mit der Gründung eines kommerziellen Unternehmens. Der Beginn war eine Exkursion in die Hafenstadt Liverpool. Die Preise für die Tickets lagen bei zehn Schilling für Reisende in der zweiten Klasse und 15 Schilling in der ersten Klasse. Für diese Reise wurde auch Cooks erster Reiseführer entwickelt – ein Vorläufer des modernen Katalogs.

 

Um der wachsenden Nachfrage nachzukommen, weitete Thomas Cook sein Angebot auf London, Schottland, Wales und Irland aus, bevor er schließlich seine erste Europareise organisierte, deren Stationen Antwerpen, Brüssel, Frankfurt, Heidelberg, Straßburg und Paris waren.

 

Das Geschäft wächst
Im Juni 1863 nahm Thomas Cook die Schweiz und die Alpen als Sommerferienziele in sein Programm auf. In Kooperation mit Paris, Lyon und der Mediterranean Railway verkaufte Cook Rundreise-Fahrkarten zwischen Paris und den Alpen. Innerhalb einer Saison reisten daraufhin 2.000 Menschen nach Paris. Nach diesem Erfolg weitete er das Angebot kurz darauf auf Italien aus.
Die steigende Nachfrage nach einem umfassenderen Service führte zur Gründung des ersten stationären Reisebüros auf der Fleet Street in London im April 1865.


In den darauffolgenden 14 Jahren arbeitete Thomas Cook mit seinem Sohn John Mason Cook daran, das Kundenerlebnis zu verbessern. Er führte die „Circular Notes“ ein – eine frühe Form der Traveller Checks – sowie Hotelcoupons, die die Unterbringung zu einem Festpreis garantierten. Außerdem veranstaltete er Reisen nach Ägypten und Palästina und publizierte darüber hinaus die erste Ausgabe des Cook’s Continental Time Tables & Tourist’s Handbook.

 

Mit seiner ersten Weltreise in den Jahren 1872 und 1873 ebnete Cook den Weg zur Fernreise. Die Weltreise führte die Gäste durch Nordamerika, Japan, China, Singapur, Indien, Ägypten, die Türkei, Griechenland, Italien und Frankreich. Die Reise, bei der er in 222 Tagen mehr als 46.000 Kilometer zurücklegte, ist zweifellos ein Meilenstein in Cooks Karriere.

 

John Mason Cook übernimmt das Geschäft
1879 übernahm John Mason Cook das Unternehmen von seinem Vater und legte sofort klare Ziele fest, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Mit der Absicht, international zu expandieren, sicherte er sich neue globale Partnerschaften, darunter auch die Olympischen Spiele in Athen. Er baute eine Flotte an luxuriösen Nil-Dampfschiffen, was dazu führte, dass der Nil als „Cook’s Canal“ bekannt wurde.


Im Wissen um die Bedeutung der internen Kommunikation arbeitete John Mason Cook daran, die Beziehungen zu den Geschäften in Übersee zu verbessern. So konnte er korrekturbedürftige Bereiche identifizieren und auf das Kundenverständnis und -feedback eingehen.

 

Nach John Masons Tod im Jahr 1899 erbten seine drei Söhne Frank Henry, Ernest Edward und Thomas Albert das Unternehmen. Ihre Zielgruppe war klar definiert: Sie begannen, Reisen für die gesellschaftliche Elite anzubieten. Dies umfasste sowohl die Einführung von Wintersportreisen, Autoreisen und kommerziellen Flugreisen als auch die Durchführung der ersten organisierten Reise durch Afrika von Kairo bis zum Kap, um die wachsenden Bedürfnisse der Kundschaft zu erfüllen.

 

1928 verkauften Frank und Ernest das Unternehmen an die Betreiber der luxuriösesten Schlafwagen Europas, La Compagnie Internationale des Wagons-Lits et des Grands Express Européens. Mitte der 1940er Jahre gelangte Thomas Cook jedoch wieder in britische Hände und profitierte von dem Ferienboom in der Nachkriegszeit.
1965 überstiegen Thomas Cooks Gewinne zum ersten Mal eine Million Pfund und Spanien erzielte mit über einer Million britischer Urlauber einen Besucherrekord. Heute zählt Spanien zu den gefragtesten Reisezielen bei Thomas Cook.
In den 1970er Jahren wurde Thomas Cook privatisiert und von einem Konsortium der Midland Bank, Trust House Forte und der Automobile Association aufgekauft. Das Unternehmen überstand eine schwere Rezession, führte eine Geld-zurück- Garantie ein und verlegte den Firmensitz nach Peterborough. Dank des Slogans „Don’t Just Book It, Thomas Cook It!“ erlangte Thomas Cook große Bekanntheit.

 

Thomas Cook im 20. und 21. Jahrhundert
Nach einem Jahrzehnt voller Übernahmen – darunter Sunworld und Time Off – startete Thomas Cook 1997 seinen Online-Auftritt, um seinen Kunden einen breiteren Zugang zu Reisen in der ganzen Welt zu bieten. Sechs Jahre später führte Thomas Cook einen eigenen Airline-Service ein, der von sieben britischen Flughäfen Flüge zu über 60 Zielen anbot und den Kunden ein komplettes Reisepaket vom Flughafen bis zum Hotel bot.


Heute weist Thomas Cook Airlines mit Condor, Thomas Cook Airline Scandinavia, Thomas Cook Airlines UK und Thomas Cook Airlines Belgium eine Flotte von 92 Flugzeugen auf. Thomas Cook steuert rund 100 Destinationen an. 2016 wurde das Angebot um neue Routen nach Boston, Providence, Halifax, Los Angeles und Kroatien ergänzt.
Mit der Übernahme durch die deutsche C&N Touristik AG 2001 war die Zukunft des Unternehmens gesichert. Dank der erfolgreichen Fusion mit der MyTravel Group plc 2007 und der Co-operative Travel Group 2011 gelang es Thomas Cook mit über 1.200 Filialen die größte Reisebürokette in Großbritannien aufzubauen.
Thomas Cook baute nicht nur weltweit Beziehungen mit Hotelpartnern auf, sondern erhielt 2007 durch die Fusion mit MyTravel auch zwei skandinavische Marken – Sunwing und Sunprime – und führte zusätzlich drei eigene Hotelmarken – Sentido, SunConnect und smartline – ein. Die Hotels sprechen ein breites Publikum an, darunter Reisende unterschiedlicher Generationen, Familien, Alleinreisende und Paare. In diesem Jahr erweiterte die Thomas Cook Group ihr Portfolio mit der Gründung der Marke Casa Cook auf Rhodos – die Zahl der Hotels unter eigenen Marken lieg damit im Sommer 2016 bei knapp 200.
Ausgehend von der ursprünglichen Vision, Menschen durch das Reisen zusammenzubringen, hat sich Thomas Cook zu einem der weltweit führenden Reiseveranstalter entwickelt, der kontinuierlich an Innovationen arbeitet, um seinen Kunden zu ermöglichen, zu reisen und die Welt zu entdecken. Als Pionier seiner Zeit ebnete Thomas Cook den Weg für eine milliardenschwere Erfolgsgeschichte 175 Jahre später.