Im Land der Feentürme:

Märchenland Kappadokien: Perle Antalias

Dass die Türkei weit mehr als Sand, Strand & Sonne zu bieten hat, wusste ich schon lange. Doch dass die Türkei mich so derart verzaubert, hätte ich dann doch nicht erwartet. Es ist Sonnenaufgang und ich hebe mit einem Heißluftballon sanft vom Boden ab. Der Fahrer steuert unseren Korb nahe an den Feenkaminen entlang, das leichte Gebirge hinauf, dann das Tal entlang.... bis er schließlich gänzlich abhebt und wir 800 Meter über dem Boden schweben - mit einem atemberaubenden Blick auf Kappadokien und 100 andere, bunte Heißluftballons, die zeitgleich im Morgengrauen abgehoben sind. Längst habe ich meine Kamera vom Auge genommen. Ich möchte den Moment genießen. Sprachlos. Staunend. Überwältigt. Eine Ballonfahrt über Kappadokien: ein Punkt ganz oben auf meiner ganz persönlichen Bucketlist. Ein unglaubliches Erlebnis. 

 

Kappadokien: Märchenland in Zentralanatolien.

Durch Erosionen vor Millionen von Jahren wurden in der Vulkanlandschaft der Region Göreme Felsen geformt, die wie Feenkamine aussehen. Unser Guide Süleyman führt uns zu den besten Aussichtsplattformen. Von hier haben wir eine überragende Sicht auf dieses Märchenland. Jeden Moment wird Orlando Bloom als Legolas aus Herr der Ringe mit weißem, langem Haar und spitzen Ohren hinter einem der Türme hervor treten. Es ist November. Das Wetter ist perfekt, um die eine oder andere ausführliche Wanderung durch die Landschaft zu unternehmen. Es ist zum verrückt werden schön. Ein paar Schritt - schon müssen wir die Kamera wieder und immer wieder zücken, um die atemberaubende Landschaft im Bild fest zu halten. Wer durch dieses Gebiet reist, sollte sich unbedingt Zeit für einen türkischen Chai oder Mokka in einem der gemütlichen Cafés entlang der Täler gönnen. Bequem gebettet auf orientalischen Kissen genießen wir den Augenblick, die Landschaft und die überaus freundliche Gastfreundschaft der Menschen hier.

 

Weiter geht unsere Reise durch´s Uchisar Tal. Hier haben Christen vor tausenden von Jahren verdeckte Behausungen in die inneren vulkanischen Schichten der Türme geschlagen. Hier versteckten sie sich vor ihren Feinden: niemand ahnte, dass im Inneren der Felsen ganze Völker lebten. Die Eingänge zu diesen Dörfern waren gut versteckt.

 

Heute sind die Außenwände oftmals eingestürzt und geben den Blick in ausgetüftelte Raumwindungen frei. Einige Türme bieten heute Tauben ein Zuhause. Ansässige Bauern bauten Taubenschläge in die Höhlen, denn Taubenkot als Düngemittel ist ein gutes Geschäft in der Region.

 

Die Unterwelt

Spannend wird es in Kaymakli. Hier gruben die Christen unterirdische Städte in den Untergrund - ebenfalls um sich vor Feinden zu verstecken - mehrere Stockwerke tief. Rund 50 dieser unterirdischen Städte gibt es hier. Einige wenige sind für Besucher zugänglich. 

 

Kann ich meine schwere Platzangst überwinden und in die Unterwelt hinab steigen? Ich wage mich in den ersten Höhlen-Raum vor, langsam in den nächsten. Zwischendrin lege ich Pausen ein. Es ist faszinierend hier unten. Die Christen hatten alles, was man zum Leben braucht: Schlafräume, Küchen, Kirchen, Weinkeller, Toiletten und sogar Bestattungsräume. Die engen Gänge zwischen den Räumen konnten sie durch riesige, runde Felsräder blockieren. Somit konnten Feinde ihnen nicht in die Tiefe folgen. Ein unvorstellbares Leben, denke ich mir. Und doch haben sie es lange hier unten ausgehalten. Ich? Ebenfalls. Ab und an muss ich meine Gedanken im Zaum halten. Als ich die unterirdische Stadt verlasse überkommt mich ein gewaltiges Glücksgefühl. Ich hab´s geschafft; habe meine Klaustrophobie überwunden und ein Weltwunder erleben dürfen.

 

Fresken, Höhlenkirchen & Hundete Asiaten

Im Freilichtmuseum von Göreme tummeln sich japanische Touristengruppen. Hier hatten die Christen ihre Kirchen in die pyramidenartigen Felsenformationen geschlagen. Trotz wuseliger Menschenmassen klettern wir die Stiegen hinauf in die Höhlenkirchen. Ein Besuch lohnt allemal: einige Kapellen sind überraschend gut erhalten bzw. restauriert, die Freskenmalereien wunderschön. "Für die Christen war dieser Ort wichtig - wie Mekka für die Moslems", erfahren wir. Einige Fresken wurden von den Christen selber zerstört, als sie das Gebiet aufgeben und in Richtung Konstantinopel verlassen mussten. Sie wollten sie ihre Heiligen nicht den Feinden überlassen.

 

Wandeln auf dem See

Auf unserer Rundreise durch Kappadokien gibt es unzählige Orte, an denen wir zu gerne viel länger verweilen würden. Ein Stop-Over am Salzsee beamt uns in eine malerische Kulisse: Der Tuz Gölü ist mit 1663 qm der zweitgrößte See der Türkei. Wir gehen meterweit in den See hinein - trockenen Fußes. Denn die Wasserlinie ist weit zurück gewichen. Der See ist vornehmlich trocken. Die kristallige Salzschicht lässt den Horizont weiß schimmern. Viele türkische Familien sind zu einem Ausflug angereist. Es ist hübsch anzusehen, wie die kleinen Mädchen in rosa Tütü-Röckchen vergnügt über die Salzwiese hüpfen. Schicke Frauen mit Kopftüchern knipsen Selfies. In der Sonne döst ein Hund und wird zum Fotoobjekt der Besucher. In der Boutique am Strand des Sees kann man Kosmetikprodukte mit Salz des Sees und allerlei andere schöne Erinnerungen erwerben.

 

Türkish Mokka in Safranbolu

Im malerischen Städtchen Safranbolu schlendern wir über den Steinboden der Altstadt mit seinen engen Gassen und allerlei bunten Geschäften in denen türkischer Honig, Souvenirs und Handwerk angeboten wird; vorbei an vielen hübschen Cafés und Restaurants mit bunten Holzstühlen. Jugendliche, die Mädchen mit und ohne Klopftuch, genießen ihren Nachmittags-Chai und surfen mit ihren Smartphones im Internet. Safranbolu liegt rund 200 Kilometer nördlich von Ankara. Seit 1994 ist die Stadt aus dem alten Osmanischen Reich UNESCO-Weltkulturerbe und hat eine charmante, mittelalterliche Atmosphäre. Safranbolu ist wunderbar erhalten, mit Moscheen, Koranschulen, Hamams aus sieben Jahrhunderten. Einige der alten Herrenhäuser sind liebevoll restauriert und dienen heute als charmante Boutique-Hotels.

 

Wir lassen uns nieder und sehen dem Cafémeister beim Zubereiten des köstlichen Mokka zu. Ein herrliches Zeremoniell: Das Kupfer-Kännchen mit langem Stil, das Ibrik, wird mit Kaffee, Zucker und Wasser befüllt und auf eine Feuerglut gestellt. Hier wird der Kaffee erhitzt und dann in kleine Mokkatassen abgegossen. Mmmmmh. Herrlich.  Allein in Safranabolu könnte man durchaus einen ganzen Tag verbringen und die türkische Lebensweise und Gastfreundschaft einsaugen.

 

Filiz

In Yörük Köy lernen wir Filiz kennen. Die Dame, die uns ihr Alter nicht verraten möchte, ist heimliche Herrscherin über das 750 Jahre alte Nomadendorf Yörük Köy. (www.kasimsipahioglukonagi.com) Das mittelalterliche Dorf katapultiert uns ins letzte Jahrhundert. Katzen dösen auf Mauern in der Sonne. Eine ältere Dame hockt vor ihrem Haus und klopft Walnüsse mit dem Eisenhammer auf. Filiz läd uns in ihr Haus ein, in dem sie in 8ter Generation lebt. Das Haus zeugt vom durchaus gemütlichen Leben der letzten Jahrhunderte. Filiz ist redselig und voller Energie. In Strümpfen saust sie die Holzstiegen hinauf und erklärt uns, dass die Häuser früher in "links und rechts" unterteilt waren. In der linken Hälfte lebten die Männer, in der rechten Hälfte die Frauen - in mehreren Generationen. "Die Eltern schuften ein Leben lang für ihre Kinder", erzählt sie. "Wenn sie alt sind, schiebt man sich auf keinen Fall in ein Heim ab. Sie bleiben zuhause." Filiz gestikuliert bestimmt. "Wir leben unter einem Dach und kümmern uns dann um unsere Alten! Noch heute ist es absolut verpönt, die Eltern ins Altersheim abzuschieben!"

 

Filiz erklärt uns weiter, dass die Häuser hier aus Lehm, Stroh, Schlamm und Ziegenhaar gebaut sind. "Das Ziegenhaar hält Ungeziefer ab!" Als ich vorsichtig versuche, Filiz nach ihrem Alter zu fragen, lacht sie: "Warum willst du das wissen? Hast du einen Sohn für mich?" Sie strahlt über´s ganze Gesicht und nimmt mich fest in den Arm.

 

Im Dorfcafé nehmen wir einen Chai und einen Ayran. Dann serviert der Wirt Fladenbrot mit verschiedenen Füllungen: Spinat, Kartoffeln. Zu köstlich! Zur Abrundung gibt es Süßes; typisch türkischen Nachtisch: klebrig, süß und wieder einfach köstlich!

 

Die Türkei hat mein Herz für sich gewonnen. Die abgelegenen, ländlichen Gebiete Kappadokiens sind überwältigend schön. Jedes Tal, jeder Hügel, die Feenkamine, die Christen-Stätten, die Freundlichkeit der Menschen... Unser Aufenthalt ist viel zu kurz. Zu gerne würde ich noch den einen oder anderen Chai mit Muse und Blick auf das Zauberland genießen. Eines steht fest: Ich komme wieder. Ich sehne mich schon jetzt nach dem Zauber der Perle Anatoliens.

 

 

 

Autorin Maria Burges überwindet ihre Platzangst in der unterirdischen Stadt

(Foto: Uschi von Grudzinski)

 

 

Nov. 2018

Zur Vergrößerung der Galerien auf Fotos klicken:

Ballonfahrt in Kappadokien: Ein unvergessliches Erlebnis:


Atemberaubender Blick auf die Täler mit den Feenkaminen:


Das Uchisar Tal mit einer ganzen Siedlung von Häusern, die in die Pyramiden geschlagen und komplett verborgen waren:


Die Unterirdische Stadt: Mehrere Stockwerke tief.


Das Göreme Freilichtmuseum. Heute sind die Kapellen von außen sichtbar, da die Mauern eingestürzt sind. Früher waren die Kirchen unter den Pyrmidenhügeln verborgen.


Der Salzsee Tuz Gölü:


Safranbolu; UNESCO-Weltkulturerbe: Zauberhaftes Städtchen.


Im Nomadendorf Yörük Köy lernen wir Filiz kennen:


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50 Jahre ÖGER TOURS: Die Jubiläumsreise

ÖGER TOURS Jubiläums-Reise:

 

8 Tage. Reiseverlauf:

Istanbul-Safranbolu-Ankara-Kappadokien-Antalya (Rückreise oder Bade-Verlängerung möglich)

 

Buchbar ab 898 Euro pro Person inkl. Flug, Halbpension und Eintrittsgebühren laut Programm.

 

Die Ballonfahrt ist nicht im Preis inbegriffen aber dazu buchbar. Preis: ca 175 bis 250 Euro.

Termine:
*  19. Mai 2019 


* 16. Juni 2019


* 15. September 2019


* 29. September 2019
 

 

Details zur Reise:

https://www.oeger.de/rundreisen/tuerkei/jubilaeumsrundreise

 


Buchung und Information:

www.oeger.de

Tel 040-32001 300


Email: profi@oeger.de und in jedem Reisebüro

 

Weitere Infos zum  ÖGER TOURS Jubiläum hier....


Ballonfahrt über Kappadokien: