Geld abheben im Ausland!

Achtung vor Kostenfallen!!

Tipp: Keine Sofortumrechnung:

Wenn man in Nicht-Euro-Ländern Bargeld abheben möchte, erscheint nicht selten auf dem Display des Geldautomaten das Angebot, den Betrag sofort in die Heimatwährung umzurechnen, oft mit Bemerkungen wie „fixer Kurs“, Gebühren 0%“ oder „keine Provision“. „In Wahrheit verliert der Reisende mit der Sofortumrechnung, in der Fachsprache Dynamic Currency Conversation (DCC) genannt, zwischen 2,6 und 12% des Abhebungsbetrages“ kommentiert die VSB-Verbraucherberaterin Eva Traupe: „Der Umrechnungskurs enthält einen Aufschlag, den der Automatenbetreiber kassiert.“ Mitunter tritt dieses Verfahren, das zum Teil durch unübersichtliche Menüführung verdeckt wird, auch beim Bezahlen im Geschäft auf.

„Verbraucher sollten wissen, dass sie auf Abrechnung in Ortswährung bestehen dürfen.


Also bevorzugen Sie ausnahmslos die Abrechnung in der Landeswährung“ so die Expertin des VSB. Hilfreich sind grundsätzlich aktuelle Währungsumrechnungstabellen, die es u.a. im Internet, aber auch als App für das Smartphone gibt.

Geld abheben in Nicht-EU-Ländern:

Wer in Ländern ohne Euro-Währung am Geldautomaten und beim Bezahlen nicht aufpasst, tappt in eine teure Falle. Vorsicht ist besonders geboten, wenn Geldautomaten im Ausland anbieten, die Landeswährung in Euro umzurechnen. In 11 von 13 Ländern wurde die sofortige Umrechnung der Landeswährung in Euro angeboten und dies war immer teurer als die Abrechnung über die Hausbank. Zwischen 2,6 und mehr als 12 Prozent Aufschlag müssen Kunden bei dieser Form des Geldabhebens draufzahlen. Veröffentlicht sind die Ergebnisse in der Juni-Ausgabe von Finanztest und unter www.test.de.

In europäischen Ländern, die nicht den Euro als Währung haben, sollten Reisende am Geldautomaten die Abrechnung in der Landeswährung wählen. Doch das ist oft gar nicht einfach, denn die Benutzerführung an den Automaten ist oft unübersichtlich und irreführend, zum Teil wird dreist gelogen. Besonders teuer war das Abheben mit Sofortumrechnung in Großbritannien, Polen, Tschechien und Ungarn.

 

Tsche­chische Bank schießt den Vogel ab

Besonders teuer war die Československá obchodní banka (ČSOB). Für den Auto­maten in Prag haben wir einen Verlust von 12,18 Prozent errechnet. Bei einem abge­hobenen Betrag von 4 000 tsche­chischen Kronen (rund 150 Euro) wären unserer Test­person gut 20 Euro mehr vom Konto abge­bucht worden, als wenn sie auf die Sofortum­rechnung verzichtet hätte. Auf dem Display war nichts über einen Kurs­auf­schlag oder eine Gebühr zu lesen. Nur ein kleiner Text am unteren Rand ließ ahnen, dass etwas faul war: „Über­zeugen Sie sich, dass Sie die mit der Währungs­umrechnung verbundenen Kosten verstehen. Sie können sich in Abhängig­keit davon unterscheiden, ob Sie Ihre Heimatwährung oder die Trans­aktions­währung wählen.“

 

Gleiche Falle beim Bezahlen im Laden

Die Sofortumrechnung in Euro wird auch beim Bezahlen an ausländischen Ladenkassen und Hotels angeboten. Die Tester stießen darauf in Großbritannien, Kroatien, Polen, Ungarn und der Schweiz. Die Informationen darüber standen – wenn überhaupt – nur auf dem Display der Kartenlesegeräte. Häufig tauchte erst auf dem Kassenbon ein Aufschlag auf den Wechselkurs auf. Der Verlust betrug zwischen 2 und 5 Prozent.

 

Leser­aufruf – helfen Sie Stiftung Warentest!

Haben Sie ähnliche Erleb­nisse an Geld­automaten in Nicht-Euro-Ländern gemacht? Oder ist Ihnen etwas anderes – Auffälliges, Merkwürdiges passiert? Was wurde auf dem Display des Geld­automaten oder am Karten­terminal im Laden ange­zeigt? Was stand später auf der Quittung? Schi­cken Sie Berichte, möglichst mit Belegen, gern auch mit Foto, per E-Mail (bitte nicht mehr als 8 MB Anhänge pro Mail!) an geldautomaten@stiftung-warentest.de oder per Post an Stiftung Warentest, „Geld­automaten“, Lützowplatz 11–13, 10785 Berlin.