Wer nicht gut sieht, schwimmt gefährlich

Worauf Brillen- und Kontaktlinsenträger beim Schwimmen und Tauchen achten sollten

Urlaub am Wasser ist für die meisten Deutschen die beliebteste Form der Erholung. Die rund 40 Millionen Brillenträger unter ihnen brauchen auch im und unter Wasser scharfe Sicht. Denn wer nicht ausreichend sieht, fühlt sich schnell unsicher. Wenn dann unerwartet Wellen, Strömungen oder Untiefen auftreten, kann dies zu Panikreaktionen führen. Taucher, die Zeichen nicht erkennen oder Messgeräte nicht ablesen können, bringen sich in Lebensgefahr. Für Schwimmer, Schnorchler und Taucher gibt es diverse Möglichkeiten der Korrektion.

Alltagsbrille im Wasser ungeeignet
Die Alltagsbrille ist zum Schwimmen und Tauchen ungeeignet. Gerade bei starkem Wellengang oder spontanem Untertauchen kann sie schnell verloren gehen. Auch zum Schnorcheln oder Tauchen taugt sie nicht, selbst wenn sie unter einer Tauchermaske getragen wird. Die Brillenbügel verursachen einen Spalt zwischen Gesicht und Dichtung der Tauchermaske, so dass Wasser eindringen und das Sehen behindern kann.

Schwimmbrillen und Tauchermasken mit Korrektion
Fehlsichtige haben die Möglichkeit, sich Schwimm- und Taucherbrillen mit Korrektionsgläsern in ihrer Stärke ausstatten zu lassen. „Preiswerte Schwimmbrillen gibt es beim Augenoptiker in allen gängigen Brillenstärken“, erklärt Dr. Wolfgang Wesemann von der Höheren Fachschule für Augenoptik in Köln. „Eine Hornhautverkrümmung kann mit diesen einfachen Modellen nicht korrigiert werden, doch auch eine ungefähre Korrektion der Kurz- oder Weitsichtigkeit  erhöht die Sicherheit im Wasser erheblich.“

Bei Tauchmasken werden die Gläser mit Stärke entweder von innen auf die Scheiben geklebt oder die Maske wird direkt mit Korrektionsscheiben verglast. Bei manchen Modellen lassen sich die Gläser bei einer veränderten Sehstärke unkompliziert austauschen. Anpassung und Austausch erfolgen bei spezialisierten Augenoptikern.

Schwimm- und Taucherbrillen gibt es sowohl in Kinder- als auch in Erwachsenengrößen. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Größe der Brille zur Kopfgröße passt, anderenfalls drücken die Gläser unangenehm auf die Augen.

Kontaktlinsen: Wasserkontakt vermeiden
Kontaktlinsenträger sollten darauf achten, dass ihre Linsen nicht in Berührung mit Wasser kommen. Formstabile Kontaktlinsen sitzen beweglicher auf den Augen als weiche und können von den Augen gespült werden. Bei Weichlinsen besteht das Risiko, dass sich ihre Passform verändert und sich Bakterien aus dem Wasser im Linsenmaterial anlagern. Eine Schwimmbrille, die über den Kontaktlinsen getragen wird, bietet hier Schutz.

Beim Tauchen sollten Träger formstabiler Linsen besonders aufpassen, wenn sie ihre Maske unter Wasser ausblasen müssen. Gehen die Linsen dabei verloren, heißt es „Auftauchen“. Bei Weichlinsen ist das Risiko, sie zu verlieren, geringer. Allerdings sollte auch hier der Kontakt mit Wasser vermieden werden.

Eine gründliche manuelle Reinigung und Desinfektion der Linsen nach dem Tauchgang sind immer Pflicht. Hygienischer sind Eintageslinsen, die direkt nach dem Schwimmen und Tauchen entsorgt werden.

 

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Foto: Jutta Rotter pixelio.de
Foto: Jutta Rotter pixelio.de